Kategorie: Lebensfreude

6 Tipps für mehr Empathie im Alltag

Vor ein paar Wochen haben wir bereits den Unterschied zwischen Emotionaler Intelligenz (EQ) und Empathie geklärt. In diesem Beitrag soll es speziell um die Empathie – eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschen – gehen. Was bedeutet es, empathisch zu sein? Und kann zu viel Empathie auch negativ sein? Lass es uns gemeinsam herausfinden!

Was Empathie bedeutet und was es mit dir macht

Kurz und schmerzlos: Empathie ist Einfühlungsvermögen. Also das kognitive und emotionale Reinfühlen in Andere. Das Wort stammt vom Griechischen „empátheia“ und bedeutet Leidenschaft oder intensives Gefühl. Empathie ist aber nicht mit Mitleid gleichzusetzen. Empathie bedeutet, dass du die Person nicht nur auf inhaltlicher Ebene, sondern eben auch auf emotionaler Ebene verstehst. Du erkennst die Gefühle deines Gegenübers und reagierst darauf.

Grundlage der Empathie ist dabei die Selbstwahrnehmung. Nur wenn du offen gegenüber deiner eigenen Emotionen bist, kannst du auch die Gefühle und Regungen Anderer wahrnehmen. Wir spüren die Empfindungen und Gefühle eines Menschen in uns selbst. Und nur dann können wir selbst Mitgefühl und Empathie ausdrücken. Das wiederum wird von der Person gegenüber als sympathisch eingestuft, denn empathische Menschen spiegeln die Emotionen des Gegenüber (Stichwort Spiegelneurone).

Übrigens: empathische Menschen sind meist auch resilienter. Was Resilienz ist, haben wir hier für dich beschrieben.

6 Tipps für mehr Empathie

Also, zusammengefasst: Empathie ist wichtig, fördert das Zusammenleben, intensiviert die Beziehungen (was wiederum glücklich macht) und steigert die eigene Sympathie. Dann sollten wir doch einfach alle emphatisch sein, oder? Leider gibt es keinen Schalter, den wir umschalten können, um unsere Empathie zu aktivieren. Ein Großteil ist in der Kindheit erlernt, dennoch können wir alle unser empathisches Verhalten steigern. How you ask?

Tipp 1: Spür regelmäßig in dich rein

Erst wenn du deine eigenen Gefühle verstehst, kannst du auch die Gefühle anderer interpretieren. Weißt du, wie du reagierst, wenn du eine bestimmte Empfindung hast? Lässt du deinem Gegenüber deine Emotionen spüren? Und wenn ja, was erhoffst du dir daraus? Erst wenn du über dich selbst reflektierst, kannst du auch empathisch gegenüber anderen auftreten. Wenn du mehr erfahren möchtest, wie du deine Gefühle zulassen kannst, dann schau dir diesen Blogpost an.

Empathische Personen sind sich ihrer selbst bewusst und wissen, wann und wie stark sie ihre Gefühle nach Außen tragen. Dieses Selbst-Bewusstsein im Innen hilft dir, auch andere Menschen besser zu verstehen und auf deren Gefühle angemessen zu reagieren.

Wer nach außen schaut, träumt. Wer nach innen schaut, erwacht. (Carl Gustav Jung)

Tipp 2: Zeige Interesse und beobachte

Empathisch sein heißt nicht nur, immer ein offenes Ohr zu haben, wenn dein Gegenüber sprechen will. Wenn du aktiv nachfragst, wie es deinen Mitmenschen geht, welche Ziele sie haben oder ob sie gerade glücklich sind, steigerst du deine Empathie. Denn so lernst du die Person besser kennen und es fällt dir später leichter, dich auch in sie hineinzuversetzen. Wichtig: Nur echtes Interesse zählt. Falsches Interesse wird sich eher negativ auf die Beziehung mit deinem Gegenüber auswirken.

Ein weiterer Tipp in diesem Zusammenhang ist es auch, andere Menschen intensiv zu beobachten. Wie reagieren deine Mitmenschen in schwierigen Situationen? Urteile dabei aber nicht (siehe Tipp 5), sondern verschaffe dir einen Überblick. Denn auch das hilft dir, dich besser in deine Mitmenschen hineinversetzen zu können.

Tipp 3: Höre aktiv zu

Aktiv zuhören – was sonst?! Tatsächlich gibt es zwischen zuhören und aktivem Zuhören aber große Unterschiede. Oft hören wir zu, sind aber in Gedanken schon bei der nächsten Essensplanung oder überlegen, wie wir in der Situation reagiert hätten, die uns unser Gegenüber gerade erzählt.

Beim aktiven Zuhören gehört deine volle Aufmerksamkeit deinem Gegenüber. Du konzentrierst dich komplett auf das Gesagte des Anderen, und achtest auch auf Körpersprache und Mimik. Viele Informationen erfahren wir auch darüber, bzw. zwischen den Zeilen.

Zum aktiven Zuhören gehört auch Augenkontakt, um den Fokus zu halten. Du hörst zu, reagierst mit leichter Mimik und Gestik, lässt aber dein Gegenüber aussprechen. Auch wenn es verlockend ist: Unterbrich die Person nicht, weil dir gerade eine Situation aus deinem Leben einfällt. Höre zu, verstehe und interpretiere.

Dadurch nimmst du alle Informationen auf und merkst sie dir besser. Außerdem fühlt sich dein Gegenüber wertgeschätzt und sicher.

Tipp 4: Stelle den Mensch über die Probleme

Wenn uns jemand von einem Problem erzählt, neigen wir dazu, sofort eine Lösung für das Problem zu finden. Willst du deine Empathie steigern, solltest du aber den Mensch über das Problem stellt. Heißt: Nicht direkt nach einer Lösung suchen, sondern dein Gegenüber in den Fokus stellen. Frage sie/ihn, wie sie/er sich gerade fühlt. Was sie/er in der Situation empfand und wie es ihr/ihm jetzt geht. Gehe auf die Gefühle und Reaktionen des Gegenüber ein. So zeigst du der Person, dass sie und ihre Empfindungen wichtig sind.

Nachdem die Gefühlseben angegangen ist, könnt ihr euch immer noch gemeinsam der Problemlösung nähern.

Tipp 5: Urteile nicht

Wie in Tipp 2 schon angerissen ist es wichtig, nicht zu (be)werten. Entscheide nicht, ob das Verhalten des Anderen richtig oder falsch, höflich oder unhöflich ist. Wir kennen es alle: Adhoc treffen wir oft Entscheidungen, die wir im Nachhinenin bereuen. Da hilft es sicher nicht, wenn der Zuhörende uns dann auch noch bewertet.

Als empathische Person stehst du über der Bewertung. Du versetzt dich in die Person und in ihre Gefühlswelt hinenein und urteilst nicht. Sondern hörst zu und verstehst. Und respektierst die Gefühle des Anderen. Das hilft deinem Gegenüber und der Beziehung zwischen euch.

Die größte Intelligenz ist es, zu beobachten, ohne zu bewerten. (Rumi, afghanischer Philosoph)

Tipp 6: Ertrage die Stille

Ein letzter Tipp, den wir dir mit auf den Weg geben möchten ist, die Stille zu akzeptieren. Wir leben in einer Welt von Informationsüberflutung. Immer rauscht irgendwo etwas. Da fällt es uns schwer, Stille zu ertragen. Dabei hilft das auch den zwischenmenschlichen Beziehungen.

Wenn in einem Gespräch eine ungewollte Pause entsteht, fühlen wir uns meist unwohl. Aber warum eigentlich? Warum akzeptieren wir die Stille nicht einfach mal? Zur Empathie zählt auch, das Gesagte zu reflektieren. Und das gilt für beide Seiten: Sowohl ich als Zuhörer*in als auch mein Gegenüber. Wir beide sollten uns die Zeit nehmen, über die Worte nachzudenken. Da kann es zu Pausen kommen. Und diese sind völlig ok. Sie zeigen, dass wir uns mit dem Gesagten beschäftigen, darüber nachdenken.

Also: Ertrage hin und wieder die Stille.

Empathie – Geht es zu empathisch?

Generell empfinden wir Menschen Empathie als etwas Positives. Sich in die Gefühlswelt Anderer hineinversetzen und ihnen so helfen zu können klingt doch fantastisch, oder? Aber was, wenn wir zu empathisch sind? Dann kann es passieren, dass die Gefühle des Anderen unsere eigenen Gefühle überlagern. Wir verlieren den Fokus auf uns selbst. Wir stellen die Wünsche Anderer vor unsere eigenen. Und wir wissen nicht mehr, was unsere eigentlichen Bedürfnisse sind. Wir handeln inkongruent. Und das beeinflusst uns auf längerer Sicht negativ.

Außerdem besteht das Risiko für zu empathische Menschen, dass sie emotional ausgenutzt werden. Deshalb ist es wichtig, dass du auf mal Nein sagen kannst.

Übrigens: Im Podcast Betreutes Fühlen von Dr. Leon Windscheid und Atze Schröder wird über Empathie und ihre Schattenseiten gesprochen. Hör doch mal rein:

Empathie gibt’s nicht im Appstore

Auch wenn zu viel Empathie nicht gut ist, ist ein gesundes Maß an Empathie trotzdem wichtig. Und Empathie gibt es nicht zu kaufen. Dahinter steckt etwas Arbeit. Aber wir versprechen dir: Es lohnt sich.

Wir haben dir verschiedene Tipps aufgezeigt, wie du deine Empathie steigern kannst. Versuch beim nächsten Gespräch mit einer Freundin/einem Freund doch mal den ein oder anderen Tipp aus. Und mach dir bewusst, was das für dich und für dein Gegenüber bedeutet. Merkst du Veränderungen in deinen Reaktionen? Oder in der Offenheit deines Gegenübers? Stärkt es vielleicht sogar eure Beziehung langfristig? Teste es aus und lass uns gern wissen, wie es sich anfühlt.

 

Quellen:


Warum Freiheit ein Balanceakt ist, der beflügelt: Interview mit Regina Kirschke – Teil 1

Heute spreche ich mit Regina Kirschke über Freiheit. Für mich ist sie eine sehr inspirierende Frau, die es geschafft hat, sich aus ihrem eigenen Käfig zu befreien. Unsere Wege haben sich vor einigen Wochen bei einem Mentoring-Kurs gekreuzt. Regina ist selbständig als Coach und Mentaltrainerin. Und es gibt eine wichtige Gemeinsamkeit: Wir wollen beide unseren eigenen Weg gehen – und zwar mit viel Leichtigkeit und Leidenschaft.

 

Den ersten Teil des Interviews findest du hier.


Selbstverwirklichung – Vom Beruf zur Berufung

Bist du glücklich und zufrieden? Viele von uns stellen sich diese Frage nie oder viel zu selten. Natürlich erleben wir immer wieder Momente voller Freude und Spaß, die uns glücklich machen. Aber laut dem Psychologen Abraham Maslow erreichen wir die wahre Zufriedenheit nur, wenn wir nach Selbstverwirklichung im Leben streben. Also unsere eigenen Ziele, Sehnsüchte und Wünsche realisieren.


Fair Fashion: so funktioniert nachhaltige Mode wirklich!

Die Zeiten, in denen wir Umweltbewusstsein mit einem langweiligen Öko-Image verbanden, sind zum Glück vorbei. Stars auf der ganzen Welt machen es vor: Green ist cool. Nachhaltigkeit ist in aller Munde – auch in der Mode. Doch was bedeutet grüne Mode eigentlich genau? Wir erklären die wichtigsten Begriffe zum Thema Fair Fashion und zeigen dir, wie auch du durch coole nachhaltige Mode deinen Kleiderschrank nachhaltiger gestalten kannst.