Titelbild: Gefühle zulassen

Warum wir unsere Gefühle zulassen sollten und wie es gelingt


Wir alle haben Gefühle. Sie können positiv oder negativ sein, aber sie werden immer von uns selbst erschaffen. Wir sind also der Schöpfer unserer Gefühle. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir sie nicht unterdrücken. Warum wir Gefühle zulassen sollten und wie es gelingt, erfährst du in diesem Artikel.

 

GEFÜHLE VS. EMOTIONEN – WAS IST EIGENTLICH DER UNTERSCHIED?

Stellen wir uns vor, Gefühle und Emotionen sind ein Eisberg. Dann wären die Gefühle oberhalb des Wassers. Alles, was uns bewusst ist, was unser abstraktes Denken erfordert, sind unsere Gefühle. Der größere, “unsichtbare” Teil befindet sich jedoch unter Wasser. Und das sind unsere Emotionen. Emotionen sind Urinstinkte, die fest in unserem limbischen System verankert und unbewusst sind.

Im Gegensatz zu Gefühlen lassen sich Emotionen nicht unterdrücken. Sie sind angeboren, reflexartig und intensiver als Gefühle. Aber dafür kurzfristiger. Bei Emotionen wirken mentale und körperliche Prozesse zusammen. Sie sind immer eine Reaktion auf einen äußeren Reiz.

Ein Gefühl hingegen bedeutet das Bewusstwerden einer vorangegangen Emotion. In diesem Fall bewertet unser Gehirn die entstandenen Emotionen und reflektiert über das Geschehene. Das aktive Nachdenken macht demzufolge aus einer Emotion ein Gefühl.

Emotionen sind stark und intensiv und bewegen uns dazu, Handlungen zu starten oder zu beenden. Grundlegende Emotionen sind Freude, Wut, Angst, Ekel, Traurigkeit und Überraschung. Im Gegensatz zu unseren Gefühlen, sind unsere Emotionen nicht so einfach zu steuern.

Schenk deinen Gefühlen Beachtung

Zusammengefasst: Nur wenn wir uns unsere Emotionen bewusst machen, sprechen wir von Gefühlen. Dabei wird dieser Switch oft von uns vergessen. Wir sollten uns vergegenwärtigen, warum wir gerade so reagiert haben. Wir sollten unsere Gefühle erforschen. Und noch wichtiger: Sobald wir unsere Gefühle erkannt haben, sollten wir sie nicht unterdrücken.

In dem Moment also, in dem unsere Gefühle auf der Bewusstseinsebene angekommen sind, müssen wir sie auch zulassen. Wenn wir negative Gefühle unterdrücken und damit auch körperliche Reaktionen wie Weinen nicht ausgelebt werden, sucht sich unser Körper ein anderes Ventil. Und das kann sich in Schlafstörungen, Kreislaufproblemen oder gar chronischen Schmerzen äußern.

Wenn du deine Gefühle nicht vor Freunden und Familie zulassen willst, gibt es auch andere Möglichkeiten, sie zu artikulieren. Zum Beispiel, indem du sie einfach aus dem Kopf “rausschreibst”. Schreibe deine Gefühle auf, mach sie dir bewusst und nutze das als Ventil. Journaling ist dafür eine wunderbare Möglichkeit. So gibst du ihnen Raum, beachtest sie, lässt sie raus, aber entscheidest dann bewusst, ob du ihnen mehr Gehör schenken willst oder nicht.

Wie können wir unsere Gefühle zulassen?

Positive Gefühle lassen wir selbstverständlich gern in unser Leben. Sie machen uns glücklich und sind willkommen. Negative Gefühle unterdrücken wir hingegen häufig, weil wir denken, dass sie uns nur runterziehen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Das aktive Verdrängen unserer negativen Gefühle lässt uns im eigenen Gedankenkarussell drehen und verschlimmert die Situation sogar noch.

Damit du aktiv deine negativen Gefühle zulassen kannst, haben wir hier die wichtigsten Steps für dich zusammengefasst:

1. Finde heraus, was du fühlst

Wie oben erwähnt, entstehen Emotionen aus dem Reflex heraus und sind daher erst einmal diffus. Indem wir diese Emotion bewusst wahrnehmen wird sie zu einem Gefühl. Aber was fühlst du in diesem Moment eigentlich genau?

Finde heraus, was du gerade fühlst und benenne dein Gefühl. Was fühlst du gerade? Wut? Angst? Trauer?

Sprich mit anderen darüber, schreibe sie runter oder such dir einen Moment, in dem du nur für dich bist. Jeder von uns hat andere Wege, wie er lernt, seine Gefühle besser zu erkennen. Und: Das erfordert Übung – denn wie sagte meine Mama immer “Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen”.

Indem du dir dein Gefühl bewusst machst, kannst du es erkennen. Durch unser aktives Beschäftigen mit dem Gefühl nehmen wir ihm auch die Macht über uns. Denn vorher war dieses diffuse, nicht zu beschreibende Etwas da und hat die Kontrolle über unsere Gedanken übernommen. Erst mit der Bewusstheit über eben dieses Gefühl nehmen wir wieder das Steuer in die Hand.

2. Befreie dich von deinen Gedanken

Entferne dich von deinen Gedanken, denn diese sind immer in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Mach dir das Hier und Jetzt bewusst, und lasse deine Gefühle zu. Dazu habe ich gerade letztens einen tollen Spruch gelesen:

“Gedanken sind die Abwesenheit deiner Gegenwart”.

Je mehr du als Beobachter von Außen auf dein Gefühl blickst und es nicht bewertest, umso intensiver kannst du es spüren.

Eine Methode, die dir dabei hilft, dein Gefühl zu beobachten, ist Meditation. Durch die bewusste Achtsamkeit schaffst du es, präsenter zu sein und dich auf dich zu konzentrieren. (Hier findest du 7 hilfreiche Meditationsübungen.)

3. Nimm dein Gefühl an und akzeptiere es

Wenn du erkannt hast, was du fühlst, dann nimm es an. Denn je mehr wir das unterdrücken, desto stärker wird es. Und desto mehr kontrolliert es uns.

Nimmst du das Gefühl aber an und akzeptierst es, lässt es dich schon bald wieder los. Sage zu dem Gefühl: “Ich sehe dich und es ist ok, dass du da bist”. Habe Verständnis für das, was du gerade fühlst. Und genau an dem Punkt bist du in der Lage, selbst zu entscheiden, ob sich deine Gefühle in deinem Denken und Handeln weiter widerspiegeln oder nicht.

4. Beobachte, wie das Gefühl verschwindet

Sobald du das Gefühl verstanden und akzeptiert hast, verschwindet es auch schon wieder. Oft braucht es nur wenige Sekunden oder Minuten. Manchmal auch ein paar Stunden. Das Auseinandersetzen mit deiner Gefühlswelt hilft dir, das Gefühl zu verarbeiten. Das Gefühl kann sich auf unterschiedliche Weise ausdrücken. Z.B. durch Weinen oder einen lauten Schrei. Sei mutig, lebe das Gefühl und lass es frei.

Vergegenwärtigen wir unser Gefühl allerdings nicht, bleibt es oft lang da und beschäftigt uns daher wesentlich länger.

Wann Ratio, wann Gefühl?

Natürlich heißt das nicht, dass du jedem noch so kleinen Gefühl nachgehen und zu 100 Prozent ausleben sollst. Das wäre im Alltag schlichtweg gar nicht möglich.

Wichtig ist, dass du die perfekte Mischung aus Kopf, Herz und Bauchgefühl findest. Zu oft verlassen wir uns nur auf unseren Kopf, auf das Rationale. Manchmal müssen wir aber auch fühlen und entsprechend auch auf unsere Gefühle hören.

Wie so oft ist Balance the key. Die richtige Ausgewogenheit macht uns langfristig zufrieden und glücklich.

Gefühle zulassen und erfüllt leben

Gefühle entstehen durch unsere Glaubenssätze und unsere Gedanken. Indem wir von Außen beobachten, können wir uns davon lösen. Und das Gefühl zulassen.

Wenn wir unser Gefühl (negativ wie positiv) missachten, bleibt es latent in unserem Kopf und beschäftigt uns manchmal noch Tage oder Wochen. Durch die aktive Auseinandersetzung mit unserem Gefühl aber verschwindet es so schnell, wie es aufgetaucht ist. Wir können es abhaken, neue Gefühle zulassen und am Ende erfüllter leben.

Also: Führe dir deine Gefühle in der Gegenwart immer wieder vor Augen. Vergiss Vergangenheit und Zukunft und konzentriere dich auf das Jetzt. Lass deine Gefühle frei und genieße den Moment.

 

 

Inspiriert von:
Horizonworld
Gedankenwelt
Planet Wissen
Anchu Kögl

Bild: Cassie Matias auf Unsplash


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