Wie ist man achtsam

Wie ist man achtsam?


Das Thema Achtsamkeit hat in den letzten Jahren immer mehr an Aufmerksamkeit und Bedeutung in unserer Gesellschaft gewonnen. Doch was bedeutet es konkret? Wir zeigen dir, wie du achtsam bist.

Achtsam sein heißt, dass du den Moment bewusst, präsent und urteilsfrei erlebst. Dabei hältst du inne. Du nimmst deine Gefühle, Gedanken und Empfindungen einfach nur wahr. Ohne ihnen nachzugeben.

Fokussiere dich auf deinen Atem

Fokussiere dich auf deinen Atem. Das ist die einfachste Methode, mit der du achtsam bist. Und im Hier und Jetzt ankommst. Denn eine bewusste Atmung hilft dir, körperlich und geistig zur Ruhe zu kommen: Wenn du ruhig atmest, wird auch dein Puls niedriger. Du wirst automatisch entspannter und ruhiger. Außerdem konzentrierst du dich auf denen Körper statt auf die Grübeleien in deinem Kopf.

Es wird dir nicht gleich gelingen, all deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem zu legen. Ein Gedanke nach dem anderen wird durch deinen Kopf ziehen: Was soll ich heute einkaufen? Die Arbeit stresst mich. Ich muss noch meine Mutter anrufen. Ich muss mich beeilen.

Meist verlieren wir uns in unseren Gedanken und lassen uns von ihnen beeinflussen. Das ist ganz normal. Unser Gehirn wird am Tag mit etwa 60.000 Gedanken überflutet. Oft drehen sich diese Gedanken um Fehler, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Oder um unsere Ziele für die Zukunft. Wir geben Sorgen und Ängsten Raum, statt uns auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren. Und ihn zu genießen.

When eating, eat. When walking, walk.
– Zen Weisheit

Beobachte deine Gedanken

Wir empfehlen dir, eine Beobachterperspektive einzunehmen. So bekommst du Abstand zu dem Gedankenstrom in deinem Kopf. Vielleicht stellst du fest, dass du den ganzen Tag nichts Anderes machst, als dich selbst zu be- und verurteilen. Oder andere. Das passiert zwar unterbewusst, beeinflusst dich aber dennoch.

Die Kunst der Achtsamkeitspraxis liegt darin, diese Gedanken achtsam vorbeiziehen zu lassen. Gib deinen Gedanken Raum. Wenn du dich doch darin verstrickst, kehre einfach wieder zurück zu deinem Atem. Er unterstützt dich dabei, abzuschalten.

Achtsam sein braucht Geduld und Übung

Dass wir uns nicht mehr von den unseren Gedanken beeinflussen lassen und eine Beobachterperspektive einnehmen, klingt einfach. Tatsächlich gelingt uns das Abschalten aber nur selten. Es braucht viel Geduld und regelmäßige Übung.

Neben Achtsamkeitstraining durch Meditation, Bodyscan (Übung zur Körperwahrnehmung) oder MBSR-Kursen gibt es auch einfache Achtsamkeitsübungen für den Alltag. Bereits ein paar Minuten am Tag reichen aus, um deiner Psyche eine Auszeit zu gönnen. Du kannst zum Beispiel achtsam Kaffeekochen. Frage dich dabei: Was passiert gerade in mir? Wie fühle ich mich? Was schmecke ich? Was rieche ich? In der Hektik unseres Alltags kommt der Genuss oft viel zu kurz. Wir lassen uns von unseren Gedanken ablenken. Mit Achtsamkeit kannst du es schaffen, dein Leben zu entschleunigen.

Achtsamkeit ist keine Entspannungsmethode

Achtsamkeit ist jedoch nicht mit Entspannungsmethoden gleichzusetzen. Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder Yoga können als Werkzeuge betrachtet werden, die in akuten Stresssituationen zu mehr Gelassenheit verhelfen. Achtsamkeit hingegen ist eine Lebensphilosophie. Eine Haltung. Sie kann aber auch eine entspannende Wirkung haben.

 

Inspiriert vom Online-Ratgeber Zeit zu leben, dem DFME, MBSR Köln, Zeit Online und Laura Malina Seiler im Interview mit Mounira Latrache.

Bild: ©drubig-photo auf stock.adobe.com 


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