Nachhaltigkeit als ganzheitliches Konzep

Nachhaltigkeit als ganzheitliches Konzept – was das ist und wie du deinen Beitrag leisten kannst


Der Begriff Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Doch was bedeutet er eigentlich genau? Dieser Artikel gibt dir einen zusammenfassenden Überblick zum Thema und zeigt anhand von Beispielen und Anregungen, wie du im Alltag ganz einfach und ohne großen Aufwand deinen Beitrag leisten kannst.

Nachhaltigkeit als mehrdimensionaler Ansatz

Oft wird der Begriff Nachhaltigkeit mit ökologischen Themen in Verbindung gebracht. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Allgemein definiert handelt es sich um ein dauerhaftes Handlungsprinzip, das eine bestimmte Ressource nicht über ihre natürliche Regenerationsfähigkeit hinaus beansprucht. Mit anderen Worten: das, was in einem bestimmten Zeitraum verbraucht wird, sollte in der gleichen Zeitspanne auf natürliche Weise wieder nachwachsen bzw. sich regenerieren. Dieses Prinzip beinhaltet jedoch nicht nur den ökologischen Aspekt, sondern muss auch wirtschaftliche und soziale Themengebiete abdecken, um als ganzheitlich angesehen werden zu können. Demnach sollten wir versuchen, wirtschaftlich nicht über unsere Verhältnisse zu leben, um nachfolgende Generationen nicht mit unseren Ausgaben zu belasten. Darüber hinaus sollten von einer nachhaltig organisierten Gesellschaft möglichst alle Menschen profitieren. Soziale Nachhaltigkeit reduziert somit gesellschaftliche Ungerechtigkeit und bietet jedem gleiche Chancen und Möglichkeiten.

 

Nachhaltiger leben mit nachhaltiger Kleidung

Viele von uns nutzen ihre Ich-Zeit gern, um ausgiebig shoppen zu gehen. Besonders die neueste Mode steht oft hoch im Kurs und findet schnell den Weg in die Einkaufstüte. Um die Kleidung möglichst günstig anbieten zu können, wird oft in Entwicklungsländern produziert, in denen die Menschen zu Niedriglöhnen und unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. In vielen Fällen nutzen die Modeunternehmen zu geringe Umweltschutzstandards aus und entsorgen mit Chemikalien verschmutzte Abwässer und Abfälle unsachgemäß. Zu guter Letzt transportieren Containerschiffe die Kleidung viele Tausend Kilometer zu den Konsumenten. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Mittlerweile findet jedoch ein Umdenken statt, an dem du dich leicht beteiligen kannst. Achte zukünftig mehr darauf regional, umweltschonend und zu fairen Löhnen produzierte Mode zu kaufen. Diese nachhaltig produzierte Kleidung ist entsprechend etwas teurer. Meist ist jedoch die Qualität deutlich besser als bei Billigware und das Kleidungsstück übersteht wesentlich mehr Waschgänge als sein preisgünstigeres Pendant. Somit hast du länger Freude an deinem neuen Teil, schonst die Umwelt und förderst eine gerechte und ehrliche Entlohnung der Arbeitskräfte.

 

Mit diesen Tipps ist Nachhaltigkeit durch Energiesparen möglich

In unserem Alltag nutzen wir ständig Hilfsmittel, die Energie benötigen – sei es der Laptop, die Waschmaschine oder die Schreibtischlampe. Mit ein wenig Aufmerksamkeit kannst du deinen Alltag diesbezüglich entspannt nachhaltiger gestalten. Schalte elektronische Geräte konsequent aus, wenn du sie nicht benötigst. Oft schalten wir Laptop oder TV-Gerät auf „Stand-by“-Betrieb und verbrauchen so ungenutzt weiterhin Strom. Auch beim Wäsche waschen kannst du durch eine niedrige Waschtemperatur ganz einfach Energie sparen. Bei der Beleuchtung hat Achtsamkeit oft schon einen merklichen Effekt. Achte konsequent darauf, das Licht auszuschalten, wenn du einen Raum verlässt. Energieeffiziente Lampen und Leuchtmittel unterstützen dich ebenfalls dabei den Stromverbrauch nachhaltig zu senken. Und beim Kauf von neuen Elektrogeräten sei dir empfohlen ein energiesparendes Modell zu wählen.

 

Ein nachhaltiger Alltag mit gesunder Ernährung

Zusammen in relaxter Atmosphäre zu kochen bedeutet für viele Menschen eine unterhaltsame Auszeit vom Alltag. Und auf eine gesunde Ernährung legen viele von uns Wert. Stelle deinen Speiseplan so zusammen, dass du vor allem lokal und regional erzeugte Lebensmittel benutzt, die gerade Saison haben (Tipp: Schau dafür gern mal in unseren Saisonkalender). So vermeidest du unnötig lange Transportwege und Kühlketten. Darüber hinaus belasten Lebensmittel aus biologischem Anbau die Umwelt nicht so sehr wie konventionell erzeugte Lebensmittel, bei deren Produktion oft chemische Düngemittel zum Einsatz kommen. Bei tierischen Produkten achte auf eine artgerechte Aufzucht der Tiere.

 

Nachhaltige Mobilität als Erlebnis gestalten

Als Pause vom Alltag gönnen sich viele einen Pauschalurlaub und fliegen oft tausende Kilometer, um Sonne und Strand zu genießen. Doch es geht auch anders. Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ kannst du doch bereits die An- und Abreise zu einem kleinen Abenteuer machen. Nutze, wenn möglich, Mitfahrgelegenheiten und lasse das eigene Auto stehen. So lernst du oft freundliche und interessante Menschen kennen. Und auch eine längere Zugreise kann zum Erlebnis werden. Besonders für Kinder ist eine Reise im Schlafwagen mit Sicherheit ein aufregendes Ereignis, von dem sie ihren Freunden berichten können. Wenn du dich im Alltag öfter mal aufs Fahrrad schwingst, um zur Arbeit zu kommen oder die fälligen Einkäufe zu erledigen, kümmerst du dich gleichzeitig auch um deine Gesundheit und bleibst fit.

Und noch einfacher: Pausen vom Alltag kannst du dir auch ganz einfach zu Hause schaffen. Indem du einfach mal nichts tust. Wie du faulenzen kannst, erfährst du hier.

 

Nutze nachhaltige Materialien und schone die Umwelt

Oft ist nicht die Frage wie wir etwas nutzen, sondern was wir nutzen. Der Einsatz von nachhaltig produzierten Materialien hat einen großen Effekt, sowohl auf die Umwelt als auch auf uns selbst. Mikroplastik ist hier ein gutes Beispiel. Diese kleinsten Plastikpartikel zersetzen sich nur sehr langsam und schaden durch ihre Unverträglichkeit der Pflanzen- und Tierwelt. Und so findet das Plastik über die Nahrungskette auch wieder zu uns zurück. Das ist vermeidbar, indem wir darauf achten, möglichst nur natürlich abbaubare Materialien zu nutzen. Die PET-Flaschen kannst du beispielsweise durch Glasflaschen austauschen. Plastiktüten ersetzt du durch einen wiederverwendbaren Beutel aus Baumwolle. Und auch auf deinen Kaffee-to-go musst du nicht verzichten. Verwende einfach einen wiederverwendbaren Becher aus Porzellan oder ein Einweckglas. So sparst du jede Menge Abfall ein und hast ein gutes Gefühl dabei. Wie viel Plastik du durch bewusstem Verzicht einsparen kannst, zeigt dir der PlasticCheck vom Orange Ocean e.V..

 

Auch bei der Geldanlage gibt es Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Einige von uns machen sich Gedanken zur Altersvorsorge. Früher oder später wirst du dich dann fragen, wie du dein Erspartes sinnvoll investieren kannst. Auch hier gibt es mittlerweile Möglichkeiten, dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht zu werden. Nachhaltige Geldanlagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Neben der Rendite spielen hierbei ökologische, soziale und ethische Kriterien eine entscheidende Rolle. Viele Finanzdienstleister bieten mittlerweile Anlageprodukte an, die speziell auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Auch hier gilt: informiere dich zunächst gründlich. Dann findest du mit Sicherheit ein für dich passendes Anlageprodukt, mit dem du zufrieden bist und in das du guten Gewissens investieren kannst.

 

Fazit: Viele Wege führen nach Rom

Das Thema Nachhaltigkeit ist sehr umfangreich und komplex. Gerade deshalb beinhaltet der Aspekt bestimmt einige Bereiche, die auch dich und dein Leben betreffen. Die in diesem Artikel vorgestellten Punkte sind lediglich Beispiele, die dir ein paar Startpunkte für die Gestaltung eines nachhaltigen Alltags geben sollen. Halte die Augen und Ohren offen und bleibe aufmerksam. Du wirst feststellen, dass sich schon mit kleinen Veränderungen große Effekte erzielen lassen. Wir alle können mit kleinen Schritten viel bewirken, nachhaltiger leben und so unseren persönlichen Beitrag zu diesem wichtigen Thema für das Jetzt und die Zukunft leisten.

Bild: Mert Guller auf Unsplash


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