Lebensmittel

Lebensmittel richtig lagern: 9 Leckereien, die nicht in den Kühlschrank gehören


Du weißt genau, was in den Kühlschrank gehört und was nicht? Bestens! Wie du deine Lebensmittel mit einfachen Tricks noch effektiver lagern kannst, erfährst du hier.

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln lohnt sich

Bananen gehören nicht in den Kühlschrank! Das lernen wir meist schon als Kinder. Dabei hat jeder Haushalt oft seine eigenen Regeln über die Jahre entwickelt. Es entstehen Gewohnheiten, die für die Lebensmittel selbst vielleicht nicht unbedingt optimal sind. Nur weil wir etwas im Kühlschrank lagern, heißt das nicht, dass es dadurch länger haltbar oder frisch bleibt. Die richtige Lagerung und Aufbewahrung von Lebensmitteln wirkt sich positiv auf den Produktzustand aus. Und somit auch darauf, was wir zu uns nehmen und wie wir es vertragen. Du kannst es also so sehen: Zum achtsamen Essen gehört auch der bewusste Umgang mit Lebensmitteln. Und das ist alles andere als kompliziert oder zeitaufwendig. Dafür haben wir uns 10 Leckereien einmal genauer angeschaut.

1. Tomaten

Die herrlich roten Früchte sind aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken. Dabei sind Tomaten nicht nur sehr lecker, sondern auch noch äußerst gesund. Sie liefern neben viel Vitamin C den sekundären Pflanzenstoff Lycopin, der als Wunderwaffe gegen vorzeitige Hautalterung gilt. Lycopin bildet die Frucht auch noch nach der Ernte, aber nicht im kalten und finsteren Kühlschrank. Dort haben Tomaten aber auch sonst nichts verloren. Die Kälte ist schlecht für das Aroma und die Feuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung. Am besten lagerst du Tomaten in einem kühlen, dunklen Raum. Wenn du weder eine Speisekammer noch einen Keller hast, dann ist eine Lagerung bei Zimmertemperatur immer noch besser, als das Kühlregal.

2. Avocados

Auch Avocados mögen es nicht kalt und feucht. Die leckeren und sehr nahrhaften Lorbeergewächse sind botanisch betrachtet eigentlich Beeren und stammen aus den tropischen Regenwäldern Mittelamerikas. Sie werden oft noch „grün“ verkauft und müssen Zuhause erst nachreifen. Ein schattiger Ort und Zimmertemperatur sind dafür ideal. Wann die Avocado reif ist, verrät dir der Drucktest. Nimm die Frucht zwischen Daumen und Zeigefinger und drücke leicht zu. Wenn sich der obere, spitz zulaufende Teil weich anfühlt und leicht nachgibt, dann kannst du die Frucht unbesorgt essen. Sie versorgt dich mit wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren und viel pflanzlichem Eiweiß. Wenn du die Avocado bereits in zwei Teile geschnitten hast, aber nur einen davon sofort essen willst, dann leg den Kern dazu. Dadurch wird das Fruchtfleisch nicht so schnell braun.

3. Zitrusfrüchte

Zitronen, Orangen, Limetten und Grapefruits sind ausgezeichnete Vitaminlieferanten. Sie erscheinen mit ihrer dicken Schale oft unempfindlich. Doch eine falsche Lagerung nehmen sie einem durchaus übel: Sie gehören definitiv zu den Lebensmitteln, die wir nicht in unsere Kühlschränke stecken sollten. Um ihr Aroma voll zu entfalten, brauchen sie viel Wärme, sie vertragen sogar direkte Sonneneinstrahlung sehr gut, schließlich stammen sie aus den Tropen. Gerade Orangen schmecken vielen Menschen aber besser, wenn sie gekühlt serviert werden. Fall das auch auf dich zutrifft, kannst du die Früchte einfach kurz vor dem Verzehr ins Eisfach legen.

4. Brot

Dass Brot oft schnell schimmelig wird, ist kein Geheimnis. Genau deshalb ist das feuchte Kühlregal nicht der richtige Aufbewahrungsort (auch nicht bei Wärme). Je höher der Roggenanteil im Teig ist, desto länger bleibt die Teigware auch frisch. Brot, das zu 100 Prozent aus Weizenmehl besteht, trocknet am schnellsten aus. Besonders wenn du länger vom Brot isst, braucht es Luft. Und das ist bei Papiertüten schwierig, da die Luft hier nicht zirkulieren kann. Lagere es daher also besser in einem luftdurchlässigen Behältnis und bei Raumtemperatur. Die weit verbreiteten Brotkästen aus Holz lassen das Produkt schnell austrocknen. Verwende daher z.B. einen Kasten aus Keramik oder Ton. Oder alternativ einen Brotsack aus Stoff. Um zu verhindern, dass sich durch Brotkrümel Schimmel im Behältnis bildet, reinige es möglichst wöchentlich mit Essigwasser.

5. Knoblauch und Zwiebeln

Die wohl am meisten polarisierenden Zutaten beim Kochen: Knoblauch und Zwiebeln. Beim Kochen entfalten sie ein großartiges Aroma, im Kühlregal stinken sie dagegen einfach nur geradezu penetrant. Dort haben die Knollen aber auch wirklich nichts verloren, sie mögen es gerne trocken und dunkel. Tontöpfe mit kleinen Löchern für die Luftzirkulation sind deshalb geradezu ideal für die Aufbewahrung dieser Gemüsesorten.

6. Pflanzenöle

Bei den pflanzlichen Ölen gibt es große Unterschiede, was die optimale Aufbewahrung anbelangt. Diese wichtigen Lebensmittel sind mit Vorsicht zu behandeln. Das gilt insbesondere für das wohl gesündeste seiner Art, das Leinöl, das mehr Omega-3-Fettsäuren liefert, als jeder Seefisch. Für dieses Öl ist der Kühlschrank genau richtig. Licht und Wärme machen es schnell ranzig und bitter. Ganz anders sieht es dagegen bei dem sehr beliebten und ebenfalls sehr gesunden Olivenöl aus. Die mediterrane Spezialität wird bei Kühlschranktemperaturen flockig und schal im Geschmack. Olivenöl stellst du am besten in den Küchenschrank, dunkel und bei Zimmertemperatur hält es sich ganz hervorragend. Last but not least: Kokosöl. Der Allrounder gehört auf keinen Fall in den Kühlschrank! Weder vor noch nach dem Öffnen. Bei jedem Öffnen des Glases oder Behälters gelangt Luft in das Gebinde. Durch die Kühlung im Kühlschrank würde sich Kondenswasser bilden, welches das Öl anfällig für Mikroben und Bakterien macht. Lagere das Öl am besten lichtgeschützt an einem kühlen Ort (z.B. im normalen Vorrats- oder Küchenschrank) und halte den Behälter gut verschlossen. Wenn die Temperaturen dann über 24°C steigen, kann sich das Öl verflüssigen. Das ist vollkommen normal und bedeutet nicht gleich schlechtere Qualität.

Übrigens: Kokosöl eignet sich nicht nur zum Kochen, sondern auch hervorragend als natürliche Pflege für Haut, Zähne oder auch Haare.

7. Sojamilch & Co.

Anders als Kuhmilch kann Sojamilch problemlos bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden – solange sie verschlossen ist. Aber auch nach dem Öffnen ist sie sehr viel unempfindlicher als Kuhmilch. Bei einer Raumtemperatur bis etwa 23 Grad kann Sojamilch tagsüber ruhig in der Küche oder im Büro stehen. Das ist besonders vorteilhaft, wenn sie für den Kaffee gebraucht wird. Wenn du die Packung ordentlich schüttelst, kannst du Milchschaum erzeugen, ganz ohne technische Hilfsmittel. Probier es einfach einmal aus. Über Nacht sollte die Packung dann aber doch lieber in den Kühlschrank. Bei Mandelmilch gilt: Im verschlossenen Tetrapak kannst du sie gut eine Weile auch ohne Kühlung aufbewahren. Nach dem Öffnen solltest du sie aber im Kühlschrank aufbewahren.

8. Rotwein

Ganz nach dem Motto “Man muss sich auch mal was gönnen” spricht ab und zu nichts gegen eine gute Flasche Rotwein. Während Weißwein ja bekanntlich gekühlt serviert und auch gelagert wird, entfalten die meisten Rotweine ihr Aroma erst bei Temperaturen von mindestens 12 Grad. Bei vielen Rebsorten darf es sogar Zimmertemperatur sein. Am besten lagerst du Rotwein in einem nicht zu kalten Keller oder in einem nicht beheizten Zimmer, wo er vor Licht geschützt ist. Zur Not tut es auch der Wohnzimmerschrank, wo der Wein auch nicht unbedingt liegen muss.

9. Soßen: Tabasco, Sojasauce und Co.

Viele Würzsaucen bestehen überwiegend aus Essig und Salz. Beides sind ganz hervorragende Konservierungsmittel. Daher kannst du die Flaschen ruhig auf dem Esstisch oder im offenen Küchenregal stehen lassen. Bei Zimmertemperatur schmecken sie auch gleich viel besser als eiskalt.

10. Frischer Ingwer: kommt in den Kühlschrank

Und hier bestätigt die Ausnahme die Regel! Was wären wir ohne Ingwer in unserer kreativen und gesunden Küche. Mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen bereichert er nicht nur Gerichte, sondern auch warme und kalte Getränke. Nur wie lagert man ihn richtig? Im Kühlschrank! Denn bei Zimmertemperatur wird er schnell faserig und trocknet aus. Wichtig ist, dass er im Kühlschrank luftdicht verschlossen ist. Nutze dafür z.B. eine Dose oder einen Gefrierbeutel mit Zipper. Wenn du die angeschnittene Stelle vor dem Austrocknen schützen willst, wickel sie mit einem feuchten Küchentuch ein.

Die richtige Lagerung macht einen Unterschied

Sicher waren einige Überraschungen dabei, von denen du noch nichts wusstest. Dass sich im Kühlschrank alle Lebensmittel länger und besser lagern lassen, hat sich bei den betrachteten Lebensmitteln jedenfalls nicht bestätigt. Uns wird hierdurch nochmal vor Augen geführt: Der bewusste Umgang mit dem, was wir unserem Körper zuführen lohnt sich. Und das Gute ist: Lebensmittel richtig lagern ist weder kompliziert noch brauchst du viel Platz. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lagern, Kochen und natürlich Essen!

 

Bild: Leonie Wise auf Unsplash


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.