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Emotional intelligent? Was das heißt und wie das geht


Sozial, emotional, empathisch, emotional intelligent – beschreiben die Wörter alle dieselbe Eigenschaft einer Person, oder gibt es konkrete Unterschiede? Was bedeutet es, emotional intelligent zu sein? Und ist eine Person so geboren, oder können wir emotionale Intelligenz alle erlernen? Tauche mit mir ein in die Welt emotionaler Intelligenz und lerne, was es bedeutet, auf das Gegenüber wirklich einzugehen.

Hey, du bist empathisch

Viele Menschen sagen mir, dass ich empathisch, ja sogar emotional intelligent bin. Das hat mich neugierig gemacht. Was bedeutet das genau? Wie zeichnet sich das aus? Bei mir und generell. Klar, ich weiß, dass ich gut mit Menschen kann, aber ist das nicht selbstverständlich? Scheinbar nicht. Ich liebe es, Menschen um mich zu haben, mit ihnen zu reden und zu lachen. Aber am meisten liebe ich es, anderen aktiv zuzuhören und hin und wieder Ratschläge zu geben. Ich schätze es, wenn mir Freunde ihre Probleme anvertrauen. Und auch wenn ich nicht immer die perfekte Antwort parat habe, weiß ich, dass es meinem Gegenüber allein schon gereicht hat, dass ich da war und zugehört habe.

Aber nochmal einen Schritt zurück. Was genau ist emotionale Intelligenz eigentlich?

Empathisch vs. emotional intelligent – What is what

Nur weil ich emotional bin, muss ich nicht empathisch sein. Und nicht jeder empathische Mensch ist zugleich auch emotional intelligent. Während sich emotional auf uns selbst bezieht –  also etwas, was unsere eigene Gefühlswelt betrifft – betreffen die anderen zwei Begriffe zusätzlich unseren Umgang mit anderen Menschen.

Empathie – I feel you

Empathisch sein heißt, sich in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Menschen hineinversetzen zu können (aus dem Buch von Mirjam Rolfe: “Positive Psychologie und organisationale Resilienz”). Wenn du empathisch bist und einer Freundin oder einem Freund aktiv zuhörst, verstehst du die Person nicht nur auf inhaltlicher Ebene, sondern auch auf emotionaler. Du nimmst wahr, was in der Situation in deinem Gegenüber vorgeht. Und fühlst idealerweise auch noch, wie sich die Person gerade fühlt.

Empathie wird auch als Einfühlungsvermögen bezeichnet und ist eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschen. Wir alle haben Empathie, die einen mehr, die anderen weniger. Die Grundlage der Empathie – und wie wir gleich sehen werden auch der emotionalen Intelligenz – ist die Selbstwahrnehmung. Klingt logisch, denn je offener wir für unsere eigenen Emotionen sind und je bewusster wir diese wahrnehmen, desto besser können wir die Gefühle anderer deuten.

Emotionale Intelligenz – I feel you and know what to do

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, Gefühle (bei sich und anderen) sowie menschliche Beziehungen richtig einschätzen und entsprechend handeln zu können. Das Buch “EQ. Emotionale Intelligenz” von David Goleman beschreibt ausführlich, was es bedeutet emotional intelligent zu sein. In einem Interview 2015 sagte er: “Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz sind anpassbar, flexibel, selbstbewusst und arbeiten effektiv auf ihre Ziele hin. Sie sind belastbar und erholen sich schnell von Stress.” (Quelle: stern.de)

Laut Peter Salovey ist emotionale Intelligenz in fünf Bereiche gegliedert:

  1. Selbstwahrnehmung: Die eigenen Emotionen kennen.
  2. Emotionen handhaben, sprich zu wissen, wie du mit ihnen umgehen musst.
  3. Emotionen in die Tat umsetzen. Nutze deine Emotionen aktiv, um Ziele zu erreichen.
  4. Empathie: Wissen, was Andere fühlen.
  5. Umgang mit Beziehungen: WEnn du weißt, mit den Emotionen Anderer umzugehen, wird es deutlich einfacher Beziehungen aufzubauen.

Wir sehen also, Empathie ist ein wichtiger Faktor der emotionalen Intelligenz.

Emotional intelligent in meinem Alltag

Ok, ok. Das war jetzt sehr fachlich. Ich versuche es, etwas anschaulicher zu machen. Und aus meiner Perspektive zu sprechen. Ich habe einige meiner Freundinnen und  Freunde, darunter auch Ex-Kolleginnen, gefragt, warum sie denken, ich sei emotional intelligent. Und hey, das soll kein Loblied auf mich sein, das bin nicht ich. Ich denke nur, mit konkreten, realen Beispielen wird das Ganze anschaulicher.

“Weil du in der Lage bist, die Bedürfnisse anderer zu verstehen und gemäß derer zu handeln”

Alle “Befragten” 🙂 haben gesagt, dass ich mitbekomme, wenn es meinem Gegenüber nicht gut geht. Selbst wenn die Person sagt, alles sei bestens, merke ich, wenn das nicht wahr ist. Dann frage ich ehrlich nach und habe ein offenes Ohr für diese Person. Wir alle haben mal schwere Zeiten und wollen das vielleicht nicht an die große Glocke hängen – da spreche ich aus eigener Erfahrung. Aber meist tut es einfach gut, darüber zu sprechen. Jemanden zu haben, der einem zuhört, einen versteht und entsprechend handelt. Ich denke, dass ich darin tatsächlich ganz gut bin. Wahrscheinlich auch, weil ich am eigenen Leib erfahren habe, wie hilfreich und befreiend es sein kann, jemanden zu haben, dem ich mein Herz ausschütten kann.

Und das muss nicht nur bei negativen Gefühlen der Fall sein. Bei Leni, meiner lieben Freundin und Mit-Bloggerin, habe ich in ihren Augen und ihrem Gesichtsausdruck erkannt, dass sie sich verlobt hat, noch bevor sie etwas gesagt hat. Herzlichen Glückwunsch nochmal, meine Liebe. :-*

Ich bin und war schon immer ein Menschen-Mensch. Ich kann einfach nicht allein sein und brauche immer Leute um mich herum. Soziale Beziehungen erfüllen mich. (Mehr zu den positiven Effekten von Beziehungen findest du übrigens hier.) Ich liebe den Austausch mit Anderen, wobei ich, wie ich finde, eine bessere Zuhörerin als Rednerin bin.

Und hier heißt es nicht Schwarz oder Weiß. Wir alle können lernen, mehr Rücksicht auf die Gefühle Anderer zu nehmen. Der erste Schritt muss allerdings sein, sich über die eigenen Gefühle und Emotionen bewusst zu sein. Nur, wer selbstreflektiert ist, kann sensitiv auf das Gegenüber eingehen.

“Du weißt, wie der erste Satz geht”

Oft ist der Einstieg in ein tieferes Gespräch das Schwierigste. Mir wird gesagt, dass ich meist die richtigen Worte finde. Dabei versuche ich, mehr aus der Person herauszulocken, aber sie gleichzeitig nicht zu drängen. Und ganz wichtig: der Fokus sollte auf dem Gegenüber liegen. Das heißt, ich lenke das Gespräch nicht auf meine Gefühle und Erlebnisse, sondern lasse der Person Raum.

Wenn ich mit Menschen kommuniziere, mit ihnen interagiere, gehe ich völlig auf. Ich komme in einen Fluss und vergesse dabei alles um mich herum. Simon Sinek hat das in seinem Beitrag An Optimist’s View Going into 2021 passend beschrieben: “Serving others is often one of the most inspiring and fulfilling things we can do in our lives.” Diesen Flow haben wir alle in den verschiedensten Aktivitäten. Und wo auch immer wir im Fluss sind, sind wir emotional intelligent. Denn laut Goleman ist die höchste Form der emotionalen Intelligenz, sich auf das Fließen einlassen zu können.

“Ich schätze dich für deine positive Art, wie du mit Menschen und Dingen umgehst”

Ich bin Optimistin und versuche immer das Gute in Menschen und Dingen zu finden, was mir zum Glück meist auch gelingt. Dieser Optimismus steckt oft auch die Menschen in meiner Umgebung an. Vielleicht auch ein Grund, warum sich Personen in meiner Umgebung wohl und sicher fühlen.

Außerdem bleibe ich meist ruhig und geduldig. Es ist echt schwer, mich so richtig aufzuregen. Und wenn, dann lasse ich das meist nur an meinem Mann aus, nicht an meinen Freunden. Deshalb sagen Freundinnen wohl auch, dass ich ein Ruhepol bin. Mit meiner inneren Ruhe kann ich auch mein Gegenüber oft wieder besänftigen. Was bringt es auch, wenn man sich gegenseitig in Rage redet? Lieber Gelassenheit und Mitgefühl ausstrahlen und die Gemüter beruhigen.

Fazit: 3 konkrete Tipps, deine emotionale Intelligenz zu schulen

Wie du siehst ist das kein quellenbasierter Fachaufsatz, und das sollte es auch nicht sein. Ich will  dir damit zeigen, was es heißen kann, empathisch und emotional intelligent zu sein. Und auch wenn du in der einen oder anderen Situation zweifelst, wie stark ausgeprägt deine Empathie ist, es gibt Mittel und Wege, sie zu verbessern.

Aus meiner eigenen Erfahrung habe ich dir daher drei konkrete Tipps mitgebracht:

  • Selbstreflektion: Lerne dich und deine Emotionen kennen, analysiere sie, lerne sie, zu verstehen.
  • Sehe das große Ganze: Versuche zwischen den Zeilen zu lesen und achte auf Mimik und Gestik und nicht nur auf den Inhalt des Gesagten.
  • Fühl dich in dein Gegenüber ein: Sei sensitiv, aber lenke nicht ab auf deine eigenen Erfahrungen.

Ein kleiner Einblick in ein unglaublich großes Thema. Ich hoffe, ich konnte dir zumindest ein Stückweit näher bringen, was es mit Empathie und emotionaler Intelligenz auf sich hat. In den nächsten Woche werden wir das noch weiter vertiefen und auch aufzeigen, welche Nutzen diese Eigenschaften für uns alle haben – sowohl privat als auch beruflich. Stay tuned.

 

Buchempfehlungen:

Mirjam Rolfe: “Positive Psychologie und organisationale Resilienz”

David Goleman: “EQ. Emotionale Intelligenz”


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