Schlaf Apps im Vergleich

3 Schlaf Apps im Test: Können sie wirklich unseren Schlaf verbessern?


Wir liiieben Schlafen! Schließlich wirkt sich unser Schlaf darauf aus, wie energiegeladen und motiviert wir durch den Tag gehen. Wir möchten unseren Schlaf verbessern und haben deshalb 3 Schlaf Apps genauer unter die Lupe genommen: Pillow, Sleep Better und Sleep Time

Bei unserem Test haben wir insbesondere auf folgende Kriterien geachtet:

  • Sind die Apps alltagstauglich und einfach in der Handhabung?
  • Fühlen wir uns wohl bei der Nutzung?
  • Können sie dazu beitragen, unsere Life Balance zu verbessern?

1. Schlaf App “Pillow

Wir haben die kostenlose Basic-Version getestet, die für iOS erhältlich ist. Pillow wird als “fortschrittlicher Schlaf-Tracking-Wecker” beschrieben, mit dem die eigene Schlafqualität gemessen und verfolgt werden kann. Dadurch sollen wir erfrischter aufwachen. Und dafür gibt es folgende Funktionen:

  • Smart Wake Up: Hier können wir festlegen, zu welcher Uhrzeit wir spätestens geweckt werden wollen. Die App bestimmt dann den optimalen Weckzeitpunkt in der definierten Zeitphase. Diese Phase kann benutzerdefiniert eingestellt werden (von 15 bis 60 Minuten).
  • Schlafstatistiken: Wir sehen hier eine Auswertung über unsere Schlafqualität der jeweils letzten Nacht. Die Auswertungen im Zeitverlauf können wir allerdings in der Basic-Version nicht sehen.
  • Wecktöne: Wir können zwischen einigen Wecktönen auswählen. Mehr Auswahl gibt’s in der Premium-Version.
  • Aktivitäten: Hier können wir angeben, was wir vor dem Zubettgehen gemacht haben: Entweder mittels vordefinierter Aktivitäten (z.B. spät gegessen) oder wir machen benutzerspezifische Angaben.
  • Geräusche: Während die App aktiv ist, werden alle Geräusche aufgezeichnet. Anhören können wir diese Aufzeichnungen aber nur mit der Premium-Version. Die Funktion zur Geräuschaufnahme kann aber auch abgeschaltet werden, was wir als angenehmer empfinden.

Die Premium-Version (für 5,49 EUR) der App bietet weitere Funktionen wie eine Heart Rate Analysis, Powernap Modes und die Verknüpfung zu Apple Health Care.

Schlaf App Pillow
v.l.n.r.: Start, Statistik, Einstellungen

Der Einstieg

Der Start ist unkompliziert: Nach dem 3-minütigen Video wissen wir, wie wir einfach loslegen können: Wecker für den nächsten Tag über die App stellen, Handy ans Ladegerät anschließen und auf die Matratze legen. Okay, verstanden. Aber (wie) kann die App nun dabei helfen, morgens erfrischter aufzuwachen? Schauen wir uns das Ganze jetzt nochmal mit Hinblick auf die erwähnten Kriterien an:

Alltagstauglichkeit

Auch wenn die App nur auf Englisch verfügbar ist, ist alles leicht verständlich. Sie ist einfach zu bedienen. Auch der Zeitaufwand dafür ist überschaubar. Noch ein Pluspunkt: Eine Registrierung mit Facebook oder Google ist nicht notwendig. Zur aktiven Verwendung der App muss das Handy auf dem Bett liegen und an Strom angeschlossen sein. Wir brauchen also eine Steckdose neben dem Bett. Die App kann während der Nutzung in den Flugmodus geschaltet werden. Das ist aus unserer Sicht ein Pluspunkt. Wir schalten unsere Handy nachts nämlich meist auf Flugmodus.

Design und Wohlfühlen

Die App hat für uns ein angenehmes Design, das mit dunklen Lila-Tönen beruhigend und passend zum Einschlafen ist. Zwischendurch werden wir immer wieder auf die Premium-Version hingewiesen, was auf Dauer störend ist.

2. Schlaf App “Sleep Better

Runtastic kann nicht nur Fitness, sondern hat auch eine Schlaf-App am Start. Auch hier haben wir die kostenlose Basic-Version getestet, die für iOS und Android verfügbar ist. Durch die App sollen die eigenen Schlafgewohnheiten verbessert werden. Ziel dabei: erfrischt aufwachen. Die Funktionen sind mit denen von Pillow vergleichbar, allerdings noch etwas umfassender:

  • Tracking von Schlafdauer und Schlafeffizienz: Das sog. Schlaftagebuch zeigt die Auswertungen im Zeitverlauf. Hier sind nicht nur Schlafdauer und -effizienz pro Tag bzw. Nacht zu sehen, sondern auch die jeweilige Mondphase (Voll-/Halbmond etc.).
  • Smart Alarm: Es wird eine Weckphase für den Smart Alarm festgelegt. Wir können in den Alarm-Einstellungen auch definieren, wie lange diese Phase sein soll (von 0 bis 45 Minuten). Über die Alarm-Einstellungen können auch Lautstärke, Vibration, Schlummern und Alarm-Sound konfiguriert werden. Die App möchte den Nutzer also auch in der Leichtschlafphase wecken.
  • Statistiken: Eine grafisch aufbereitete Statistik vergleicht die längste und kürzeste Nacht von allen gemessenen Nächten. Außerdem die durchschnittliche Schlafeffizienz, Schlafdauer und Zubettgehzeit sowie Dauer und Effizienz jeder einzelnen Nacht. Die Dimension für die Auswertung können wir selbst auswählen und ändern: Gesamt, Jahr, Monat, Woche.
  • Tägliche Gewohnheiten: Im Vergleich zu Pillow können wir hier keine benutzerdefinierten Einträge machen, sondern nur vordefinierte Gewohnheiten auswählen (z.B. Fitness, stressiger Tag, nicht mein Bett etc.).
  • Traumtagebuch: Zusätzlich zum Tracking von Leicht-, Tief- und Wachphasen spielen Träume eine Rolle: Mit dem integrierten Traumtagebuch können wir nach dem Aufwachen Smileys für unsere Träume vergeben (von schlecht bis freudig). Und uns auch Notizen zum jeweiligen Traum machen. Traumnotizen können sogar während des Trackings eingegeben werden, ohne dass dies das Tracking beeinflusst.

Die Voll-Version (für 2,99 EUR) lockt z.B. mit Langzeit-Übersichten und einer großen Auswahl an Alarm-Sounds.

Schlaf App Sleep Better
v.l.n.r.: Start, Statistik, Einstellungen

Der Einstieg

Vor der ersten Nutzung wird anhand von 4 einfachen Beschreibungen gezeigt, was der Anwender durch die App erfährt und wie gestartet werden kann. Aus unserer Sicht einfach verständlich und übersichtlich gehalten. Hier kommt schon der Hinweis: Sleep Better funktioniert auch im Flugmodus. Vor der ersten Nutzung muss eine Kalibrierung gemacht werden: Dazu legen wir das Gerät auf eine ebene Fläche und warten kurz (nur einige Sekunden), bis diese abgeschlossen ist. Was genau dabei passiert, können wir nicht nachvollziehen.

Alltagstauglichkeit

Es ist kein großer Aufwand, die App vor dem Schlafengehen einzustellen: Auf dem  Startbildschirm können wir direkt die gewünschte Weckzeit angeben. Auch diese App müssen wir bei aktiver Nutzung ans Ladekabel anschließen. Sie frisst viel Akku. Was den Alltagsfaktor für Runtastic-User erhöht: Wenn bereits ein Account für andere Anwendungen des Anbieters vorhanden ist (z.B. Steps, Runtastic), kann dieser auch für Sleep Better genutzt werden. Auf der Runtastic Website gibt’s einen Überblick über alle Apps, weitere Informationen und einen Blog. Nach etwas suchen erhalten wir in der App unter “Und so einfach geht’s” auch eine Info, wie die App denn eigentlich den Schlaf trackt: Sie verwendet Sensoren, die im Handy eingebaut sind. Diese nehmen die Bewegungen des Nutzers wahr und berechnen die Schlafphasen. Dass wir direkt in der App eine kurze knackige Info erhalten, finden wir gut. Mysterium gelöst!

Design und Wohlfühlen

Das Design wirkt angenehm und professionell. Die einzelnen Ansichten sind schlicht und nicht überladen. Durch die Menüführung erhalten wir schnell einen Überblick über die App und ihre Funktionen. Hin und wieder tauchen kleinere Werbebanner in der App auf, was wir aber nicht als störend empfinden. Ein netter Zusatz: Wir können unser Empfinden nach dem Aufwachen mit Smileys bewerten und festhalten.

3. Schlaf App “Sleep Time

Durch Sleep Time soll die “unique sleep personality” entdeckt werden. Auch in diesem Fall haben wir die kostenlose Version getestet. Sie ist für Android und iOS nutzbar. Die Funktionen sind mit denen von “Pillow” sehr gut vergleichbar:

  • Aufwecken zum perfekten Weckzeitpunkt: Auch diese App möchte den perfekten Weckzeitpunkt finden. Die Länge der Weckphase können wir dabei selbst bestimmen (von 0 bis 30 Minuten).
  • Notizen: Zu jeder Nacht können wir Notizen hinzufügen und die App so als eine Art Schlaf-Tagebuch nutzen.
  • Tags: Durch die Angabe von vordefinierten (z.B. Koffein, Sport, Stress) und benutzerdefinierten Tags können wir beobachten, wie sich der eigene Lebensstil auf den Schlaf auswirkt.
  • Ergebnisberichte: Es gibt 4 verschiedene Berichte: Schlafphasen (inkl. Schlafzeit), Schlafeffizienz, Leichtschlaf und Tiefschlaf. Dass dies einzelne Berichte sind, finden wir etwas verwirrend. Denn am Ende sagen alle das gleiche aus.

Die Premium-Version ist für 29,99 EUR im Jahr inklusive Probemonat zu haben. Sie bietet weitere Funktionen wie: Sleep Insights Reports (Schlafeffizienz unter Berücksichtigung der täglichen Aktivitäten), Sleep Lab (Analyse und Verstehen des Schlafverhaltens) und Heart Rate Reports (Trend der Herzrate).

Schlaf App Sleep Time
v.l.n.r.: Start, Statistik, Einstellungen

Der Einstieg

Die Einführung erfolgt in Englisch, obwohl die App selbst in Deutsch gehalten ist. Generell kein Problem, wirkt aber uneinheitlich. Inhaltlich ist die Einführung gut verständlich. Es wird erklärt, was Sleep Time macht und warum: Dass Wecker unseren natürlichen Schlafrhythmus unterbrechen und die App uns deshalb in einem 30-minütigen Fenster weckt, je nach unseren Schlafgewohnheiten. Der Fokus (zumindestens in der Basic-Version) liegt also ganz klar auf dem Wecken. Das Einstellen der Weckzeit ist beim ersten Mal nicht ganz selbsterklärend für uns. Infos zur Funktionsweise sind zwar vorhanden, man muss sie nur erst einmal finden.

Alltagstauglichkeit

Die Registrierung kann über Facebook oder per E-Mail erfolgen. An sich ist die App leicht zu bedienen: Auf dem Startbildschirm sind Uhr- und Weckzeit direkt sichtbar. Als Nutzer können wir auch Snoozen (hier “Dösen”) und Vibration einstellen. Auch wenn in der Basis-Version nur ein Weckton auswählbar ist: Wir empfinden ihn als sehr angenehm zum Aufwachen. Während der Nutzung muss die App die ganze Zeit laufen. Anders als bei den anderen beiden Apps muss das Handy aber nicht zwingend dauerhaft am Ladekabel angeschlossen sein. Bei zu wenig Akku erhalten wir einen entsprechenden Hinweis. Die Nutzung der App im Flugmodus ist auch hier möglich.

Design und Wohlfühlen

Der Startbildschirm ist schlicht und farblich zur Nachtruhe in einem dunklen Blau gehalten, was eine wohlige Stimmung erzeugen kann. Allerdings sorgt die Werbung für die eigene Premium-Version für Unruhe, denn diese wird permanent eingeblendet.

3 Schlaf Apps im Test: Unser direkter Vergleich

Alle 3 Schlaf Apps haben sehr ähnliche Funktionen und unterscheiden sich hauptsächlich in Begrifflichkeiten oder leicht abweichendem Funktionsumfang. Alle 3 können den smarten Wecker als Stärke herausstellen. Sie sind alle einfach zu bedienen und sind nicht besonders zeitaufwendig. Das heißt für dich: Du kannst sie recht einfach in deinen Alltag integrieren. Unsere gesamte Bewertung (für die Basic-Versionen!) im Vergleich findest du hier:3 Schlaf Apps im Vergleich

Unser Fazit: Können die Apps unsere Life Balance erhöhen?

Wenn du einen smarten Wecker nutzen möchtest, der dich zu einem günstigen Zeitpunkt, also in einer Leichtschlafphase, weckt, dann können dir alle 3 Apps helfen. Die kostenlosen Basic-Versionen sind dann sinnvoll, wenn du neugierig bist und deine eigenen Schlafmuster genauer entdecken willst. Dazu gehört auch, dass du mit der App einige Dinge rund ums Schlafen bewusster machst: Du achtest darauf, wann du ins Bett gehst und wann du aufstehst, was du vor dem Ins-Bett-Gehen gemacht hast und wie sich diese Aktivitäten möglicherweise auf deinen Schlaf auswirken. Wenn du allerdings eine genauere Schlafanalyse möchtest, dann empfehlen wir eine der Vollversionen.

Wie wir uns gefühlt haben, wenn wir wirklich zum Weckzeitpunkt der App aufgestanden sind? Manchmal tatsächlich erstaunlich ausgeschlafen und fit. An anderen Tagen haben wir aber keinen Unterschied gemerkt. Wobei der Grund meist eine zu geringe Schlafdauer insgesamt war. Sicherlich ist es deshalb sinnvoll, die App über einen längeren Zeitraum (wir haben sie zwei Wochen getestet) auszuprobieren. Und dabei genau hinzuschauen, welche Faktoren den eigenen Schlaf beeinflussen.

Was das Tracking von Schlafdauer und -qualität angeht: Wir haben uns gefragt, ob die Messungen zuverlässig und valide sein können, wenn wir die Matratze nicht jeweils für uns alleine haben. Denn: Wenn sich eine zweite Person im Bett befindet, werden womöglich nicht nur die eigenen Bewegungen, sondern auch die des Anderen getrackt. Das könnte die Ergebnisse verfälschen.

Generell ist die Ermittlung unserer Schlafqualität für uns schwer nachzuvollziehen: Wie zuverlässig sind die Berechnungen? Woher weiß die App, ob wir schon eingeschlafen sind oder nicht? Für uns steht fest: Eine App alleine kann nicht unsere Life Balance erhöhen. Aber sie kann als Unterstützung gesehen werden, um unser Schlafverhalten bewusster zu beobachten.

Und noch ein Hinweis zum Schluss: Wir haben alle App-Anbieter vor unserem Test angeschrieben. Einer von drei hat uns einen kostenlosen Probemonat für die Premium-Version angeboten, und zwar Runtastic für Sleep Better. Da es sich zeittechnisch nicht mehr gerecht hat und wir eine höhere Vergleichbarkeit gewährleisten wollten, haben wir für diesen Erfahrungsbericht nur die Basic-Version getestet. Wir freuen uns aber darauf, die Vorteile der Vollversion in den nächsten 4 Wochen auszukosten 🙂 Und noch ein Pluspunkt für Sleep Better: Sehr netter Kundenservice!


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