Freundinnen lachen

Was macht ein glückliches Leben aus? Wie wir durch Beziehungen gesund bleiben


Wenn du in dein zukünftiges Ich investieren würdest, wofür würdest du deine Zeit und Energie aufbringen? Auf diese Frage gibt es laut einer Langzeitstudie der Harvard Universität nur eine Antwort: Beziehungen. Die Studie inkl. Tipps und Impulsen haben wir zusammengefasst.

Studie: Was macht uns glücklich?

Was macht eigentlich ein gutes, erfülltes Leben? Darüber haben wir doch alle schon mal nachgedacht. Und wahrscheinlich haben wir alle unterschiedliche Antworten. So unterschiedlich wie unsere Interessen, Werte und Prioritäten sind.

Dieser Frage widmen sich seit 75 Jahren Forscher der Harvard Universität. In der Langzeitstudie zum Thema Erwachsenenleben und Glück begleiten die Wissenschaftler rund um den Studienleiter Robert Waldinger die Lebensgeschichten der Teilnehmer bzw. deren Nachfahren. Die Forscher interviewen die Probanden zu ihrer Arbeit, ihrem Familienleben und Gesundheitszustand. Dabei kam es zu folgendem Ergebnis:

Gute Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder. 

Welche Auswirkungen gute Beziehungen auf uns haben

When we gathered together everything we knew about them about at age 50, it wasn’t their middle-age cholesterol levels that predicted how they were going to grow old. It was how satisfied they were in their relationships.

Die drei wichtigsten Lehren, die die Forscher um Robert Waldinger aus der Studie bis heute gezogen haben, sind die folgenden:

  1. Soziale Beziehungen sind wirklich gut für uns – Einsamkeit ist tödlich. Sozial verbundene Menschen sind glücklicher, emotional stabiler, fitter und leben länger.
  2. Es ist nicht die Anzahl der Freunde oder die Tatsache, in einer festen Beziehung zu sein – es kommt auf die Qualität der engen Beziehungen an. Dazu gehöre natürlich auch die ein oder andere Streitigkeit oder Unstimmigkeit. Ausschlaggebend sei das Gefühl, sich trotz aller Differenzen aufeinander verlassen zu können und sich sicher zu fühlen.
  3. Gute Beziehungen schützen unser Gehirn bzw. dessen Leistungsfähigkeit.

Unsere Learnings aus der Harvard Studie

Soziale Beziehungen gehören zu den wichtigsten Faktoren, die Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben. Sie geben uns Rückhalt, Trost und Freude am Sein. Kein Auto, kein Geld, nicht der IQ, die Gesellschaftsschicht oder die Gene. Es ist die Zeit, die wir mit unseren Liebsten verbringen. Auch unsere Gesundheit wird davon beeinflusst. Ganz provokativ: Vielleicht sollten wir das nächste Mal überlegen, ob wir Geld in Superfoods oder Zeit in unsere Beziehungen investieren … Denn:

Schaut euch gerne den TED Talk an, den Robert Waldinger dazu hält. Uns regt die Studie auf jeden Fall zum Nachdenken an. Dazu, unsere Prioritäten (und damit auch unsere Zeiteinteilung) zu überdenken. Wenn wir unsere Beziehungen pflegen, pflegen wir gleichzeitig auch unsere Gesundheit. Was Beziehungen pflegen – zumindest für uns – bedeutet, das haben wir dir zusammengefasst:

So pflegen wir unsere Beziehungen

Grundsätzlich können wir dir empfehlen, dein Umfeld regelmäßig auch mal kritisch anzuschauen: Wer raubt dir Energie? Wer gibt dir Energie? Und je nachdem solltest du mehr oder weniger Zeit in die Pflege der Beziehung stecken. Das klingt jetzt erstmal hart. Aber warum Zeit mit Menschen verbringen, die dich wie Vampire aussaugen, sodass du nach einem Treffen erstmal erschöpft nach Hause kommst. Du bist frei in deiner Entscheidung, wie viel Zeit du mit wem verbringst. Wenn du deine Prioritäten gesetzt hast, dann geht es darum, diese Beziehungen zu pflegen. Dazu gehört für uns Folgendes:

  • Dankbarkeit: Mach dir selbst regelmäßig bewusst, für welche Personen du dankbar bist und warum. Zeige diese Dankbarkeit diesen Menschen gegenüber.
  • Anerkennung & Wertschätzung: Mach deinen Lieblingsmenschen (ehrliche) Komplimente. Sag ihnen, wenn du stolz bist, gib ihnen Feedback, sowohl positiv als auch konstruktiv – beides ist eine Form der Wertschätzung.
  • Zuhören: Höre einfach nur zu. Ohne zu bewerten, ohne gleich mit Ratschlägen um die Ecke zu kommen. Nimm dir einfach nur Zeit und schenke deinen Lieben ein offenes Ohr.
  • Humor: Im Erwachsenenleben fließt viel Zeit und Energie in den Job, private Verpflichtungen, Leistung etc. Diese ernsten Themen prägen auch unsere Gespräche. Seid deshalb bewusst auch mal albern. Nehmt euch nicht so ernst und habt Spaß – völlig unbedarft.
  • Ehrlichkeit und Vertrauen: Sei ehrlich zu dir selbst und gegenüber den Personen, die dir wichtig sind. Sprich Konflikte offen an. Sag, wenn dich etwas beschäftigt und warum. Zeig Schwäche. Wenn du dich öffnest, schafft das Vertrauen und bewirkt, dass sich auch der andere öffnet.
    Offene Kommunikation: Du kennst das vielleicht auch: Du denkst “XY müsste ich mal wieder schreiben.” – Du hast aber überhaupt keine Lust, jetzt diese Nachricht zu tippen. Manchmal strengen diese ganzen offenen WhatsApp (Gruppen-) Unterhaltungen auch einfach an. Und das ist okay. Lieber schreibt man weniger häufig, dafür aber mit Lust und voller Aufmerksamkeit. Niemand sollte sauer sein, wenn du nicht sofort antwortest. Schaffe mit deinen Freunden eine offene Kommunikation. Sprecht darüber, wenn ihr gerade einfach keine Zeit (oder Muse) habt. Mit Sätzen wie “Ich möchte mir in Ruhe Zeit nehmen, dir auf deine Nachricht zu antworten. Die habe ich gerade aber nicht und hoffe, du hast Verständnis, wenn ich erst morgen antworte.” kannst du um Verständnis bitten.
  • Verzeihe: Versuche immer zu verstehen, warum der andere so oder so gehandelt hat. Sei offen dafür, dass jeder mal Fehler macht. Das ist menschlich. Und meist ist alles gar nicht so schlimm. Es ist lediglich unser stolzes, verletztes Ego, das aus Prinzip nicht verzeihen möchte – leg es beiseite.

Das Leben ist einfach schöner und macht mehr Spaß, wenn wir unsere Erfahrungen teilen können. Das haben wir in letzter Zeit auch gemerkt: Es gibt richtig Energie und Lebensfreude, unter Menschen zu sein, sich auszutauschen, gemeinsam zu lachen und sich gegenseitig zu unterstützen. Klar, wir brauchen auch regelmäßig Zeit für uns. Zum Runterkommen, Reflektieren, Verarbeiten. Aber ohne Beziehungen ist das Leben nur halb so lebenswert :-).

Impuls zum Schluss: Lege deinen eigenen “Glücksmaßstab” fest

Führe dir immer wieder vor Augen, was dir wichtig ist. Was sind deine Werte? Was ist dir wichtig im Leben? Das ist deine Ausgangsbasis. Die Grundlage für deine ganz persönliche Definition von Glück und Erfolg. Für deinen Glücksmaßstab. Wenn du dich messen willst, dann miss dich an deinen eigenen Werten. Das ist am Ende Authentizität. Eine ganz simple Definition (so simpel, dass ich sie immer noch weiß) von Authentizität hat mir mein Deutschlehrer im Abi gegeben: Authentizität ist, wenn Schein = Sein. Also: Bleib dir und deinen Werten treu, vergleiche dich nicht mit anderen. Und miss dich nicht an ihren (Erfolgs-)Maßstäben, sondern nur an deinen eigenen.

 

Bild: Priscilla Du Preez auf Unsplash


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