Haarausfall

Haarausfall: 6 Tipps für die Gesundheit deiner Haare


Viele kennen es: Wir verlieren Haare, an manchen Tagen mehr als üblich. Wir fragen uns: Ist der Haarausfall anhaltend oder vorübergehend? Und was können wir dagegen machen?  

Nicht nur wir selbst brauchen kleine Auszeiten vom Alltag. Auch unsere Haare brauchen diese Auszeiten und Fürsorge. Denn anhaltender Stress und fehlende Pausen wirken sich auch auf die Gesundheit unserer Haare aus. Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten unterschieden: anlagebedingter Haarausfall und diffuser Haarausfall. Beim erblich bedingten Haarausfall liegt eine genetische Veranlagung vor, die nicht ohne Weiteres zu behandeln ist. Im Vergleich dazu liegen die Ursachen für den diffusen Haarausfall in den äußeren Lebensumständen der Betroffenen. Neben körperlichem und psychischem Stress können zum Beispiel die folgenden Faktoren unseren Haarzyklus beeinflussen:

  • Nährstoffmangel (z.B. Eisen, Zink, Vitamin B, Biotin, Vitamin C, essentielle Fettsäuren)
  • Schlafmangel
  • Rauchen

Das sind nur einige der Faktoren, die unseren Haarzyklus aus dem Gleichgewicht bringen können. Bevor wir uns Maßnahmen anschauen, wie wir Haarausfall entgegenwirken können, wollen wir verstehen, wie unser Haarzyklus funktioniert.

Der Haarzyklus mit 3 phasen

Jedes deiner Haare durchläuft in seinem Leben 3 Phasen:

  • Die Wachstumsphase (Anagenphase)
  • die Übergangsphase (Katagenphase)
  • und die Ausfallphase (Telogenphase)

Die Wachstumsphase dauert 2-6 Jahre und bis zu 85% unserer Kopfhaare befinden sich in dieser aktiven Phase. In dieser Zeit bilden sich im sog. Haarfollikel in der Kopfhaut die einzelnen Strähnen, welche nach und nach dicker und länger werden.
In der Übergangsphase findet eine Art “Umbauprozess” statt, bei dem die Zellteilung zum Erliegen kommt und die Haarwurzel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Doch keine Sorge, nur 1-3% deiner Mähne ist davon betroffen.
In der Ruhe- oder Ausfallphase geben die Haarfollikel ihre Stoffwechselaktivität komplett auf. Das Haar stirbt ab und fällt aus. Betroffen sind davon zirka 8-14% deiner Haare und zwar für 3 Monate. Danach wird neues Haar gebildet. Dabei schiebt das nachwachsende Haar das alte Haar aus dem Follikel heraus, es fällt aus. Auf diesem Weg kehrt der Haarzyklus zur Wachstumsphase zurück und beginnt von Neuem.

Haarausfall durch eine Störung unseres Haarzyklus’

Wenn du mehr Haare verlierst als üblich, dann ist das ein Zeichen dafür, dass dein Haarzyklus gestört ist. Was bedeutet nun “mehr als üblich”? Man sagt, dass 50 bis 100 Kopfhaare normalerweise täglich ausfallen. Sind es mehr als 100 Haare, wird von Haarausfall gesprochen. Normalerweise beginnt also nach der Ausfallphase ein neuer Zyklus und das abgestorbene Haar wird durch neu gebildete Haare ersetzt. Wenn das nicht der Fall ist, wird die Wachstumsphase in ihrem Ablauf beschleunigt oder verkürzt, es kommt zu Haarausfall. Haarlänge und -dicke haben übrigens keine Bedeutung für die Entstehung von Haarausfall.

Was du gegen Haarausfall tun kannst: 6 Tipps

Die gute Nachricht ist wie so oft: Du musst dich damit nicht abfinden, denn es gibt ausreichend Mittel und Wege, deine Haarpracht zu erhalten und Haarausfall entgegenzuwirken.

Tipp 1: Stress entgegenwirken durch Entspannungsübungen

Wenn körperlicher oder emotionaler Stress zum Dauerzustand wird, kann das Haarverlust verursachen. Grund dafür ist die vermehrte Ausschüttung von Neurotransmittern während anhaltender Stressphasen. Sie schädigen deine Haarfollikel und bewirken damit den Verlust. Nun wissen wir, dass Stress eine sehr individuelle Angelegenheit ist und zu sagen: „Stress dich weniger“ dir nicht unbedingt weiterhilft. Manchmal ist es ganz schön tricky das im Alltag auch umzusetzen, denn gerade in stressigen Phasen ist es umso wichtiger, dass du dir und deinem Körper genau das Gegenteil gibst: Entspannung! Durch Entspannung kannst du wieder Energie für die nächste Anspannungsphase tanken. Drei konkrete Entspannungsübungen findest du hier. Eine ganz spezielle Methode, um bei akutem Stress runterzukommen ist die 4-7-8-Atemtechnik. Ein positiver Nebeneffekt: Du kannst die Zeit für solche Entspannungsübungen auch als Zeit für dich und deine Gesundheit nutzen. Als Zeit zum Abschalten. Finde eine Methode für dich selbst, mit Stress umzugehen und einen Ausgleich zur Anspannung zu schaffen.

Tipp 2: Ist die Ernährung gesund, ist es dein Haar auch

Überraschung: Eine entscheidende Rolle für schönes Haar spielt deine Ernährung. Und damit verbunden auch eine gesunde Darmflora. Vermeide Fertiggerichte, denn diese enthalten künstliche Zusatzstoffe, die schädliche Bakterien in deine Darmflora bringen. Über die Nahrungszufuhr gelangen diese ins Blut und behindern das Haarwachstum. Anders ist es bei guten Bakterien: Diese kann dein Körper aus Kräutern, Nüssen, Vollkorn, Milchprodukten (in Maßen!), Obst und Gemüse ziehen.

Tipp 3: Vitalstoffe für das Haarwachstum

Vitalstoffe nimmst du grundsätzlich über die Nahrung auf, jedoch sollte deine Ernährung für einen funktionierenden Wachstumszyklus nicht nur ausgewogen sein, sondern auch ausreichend dieser Vitalstoffe enthalten. Vitamin B, Vitamin C, Magnesium, Zink, Eisen und Biotin sind besonders wichtig für den Haarwuchs und eine dauerhafte Haargesundheit. Da wir leider über unsere Ernährung nur noch wenige dieser Vitalstoffe erhalten, achte darauf, dass du frische, saisonale und regionale Lebensmittel auswählst. Sie enthalten mehr Nährstoffe als Lebensmittel, die auf dem Transportweg schon einen Teil verlieren. Insbesondere Lachs, Eier, Süßkartoffeln und Walnüsse sind reich an den oben genannten Vitalstoffen.

Tipp 4: Eisen gegen Haarausfall

Lässt du bereits die ersten Strähnchen zu viel, hemmen Lebensmittel, die viel Eisen enthalten, diesen vorzeitigen Verlust. Gerade Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen enthalten viel Eisen. Eisen ist auch in Fleisch enthalten, allerdings erhöhen Fleisch und Käse auch die Talgproduktion deines Körpers. Diese führt zu verstopften Poren und hat damit auch das Potential, deine Kopfhaut zu schädigen und den Wachstumszyklus einzuschränken. Wichtig ist also nicht nur „ein bisschen von allem“, sondern „viel vom Richtigen“.

Tipp 5: Gesunde Haarpracht dank Kopfhautmassage

Für deine Haarpracht kannst du aber nicht nur durch innere Anwendungen sorgen, sondern auch durch äußerliche. Eine Kopfmassage regt die Durchblutung deiner Kopfhaut an und fördert somit die Entstehung von Härchen in der Wachstumsphase. Außerdem kannst du sie ausgesprochen einfach in deinen Alltag integrieren. Massiere deine Kopfhaut etwa abends beim Haarewaschen, indem du mit den Fingerspitzen sanften Druck ausübst. Du kannst aber auch ganz ohne Haarewaschen die Kopfhaut vom Scheitel bis in den Nacken massieren oder die Mähne regelmäßig bürsten.

Tipp 6: Medikamente nur, wenn es sein muss

Natürlich solltest du auf keinen Fall ohne Rücksprache mit deinem Arzt Medikamente absetzen. Auf der anderen Seite fühlen sich manche Ärzte auch schnell dazu verleitet, die Chemiekeule zu schwingen, wenn es gar nicht sein muss. Starke Medikamente wie Schilddrüsenmedikamente, Antidepressiva oder auch Antibiotika können zu Haarausfall führen, indem sie sich kontraproduktiv auf Hormone und Leber auswirken. Bei deinem Hausarzt kannst du anhand eines Blutbildes erfahren, ob sich Medikamente, die du nimmst, negativ auf deinen Körper auswirken und gemeinsam mit ihm eine Lösung finden. Das Blutbild gibt dir übrigens auch Auskunft über deine Vitalstoff-Mengen im Körper.

Gesunde Haare für mehr Lebensqualität

Wie du gesehen hast, führen verschiedene Wege nach Rom. Haarverlust ist kein Umstand, den du ohne Weiteres hinnehmen musst. Nimm dir eine kleine Pause vom Alltag, wertschätze deinen Körper und entspanne zwischendurch etwas. Damit tust du nicht nur deiner Seele etwas Gutes und sorgst für mehr Balance in deinem Leben, sondern auch deine Haarpracht profitiert! Mit schönen und gesunden Haaren steigt doch einfach der Wohlfühlfaktor!

 

Bild: Rachel Lynette French auf Unsplash


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