Entscheidungen treffen

Entscheidungen treffen lernen: 5 Tipps für bewusstes Entscheiden


Kaffee oder Tee, Eis oder Frozen Yoghurt, am Abend die Lieblingsserie oder doch lieber tanzen gehen? Das Leben ist voller Entscheidungen. In den kleinen Fragen des Alltags können wir dabei unsere Spontaneität ausleben und den Moment genießen: Warum nicht heute so und morgen anders?

Je größer aber die Entscheidung und je gravierender die Folgen für unser Leben, desto weniger entscheidungsfreudig werden wir: Aus Angst, etwas falsch zu machen, drücken wir uns oft davor, uns festzulegen. Was schade ist, denn Entscheidungen können sich sehr befreiend und belebend auf unser Wohlbefinden auswirken.

Warum ist es von Vorteil, Entscheidungen treffen zu lernen?

Wann immer wir uns die Entscheidung durch Andere oder gar den Zufall abnehmen lassen, haben wir schon eine Entscheidung getroffen. Die Entscheidung nämlich, keine Entscheidung zu treffen. Und somit keine eigene Richtung vorzugeben. Wir tauschen quasi den Stress einer Entscheidungssituation gegen fremdbestimmtes Handeln ein.

Zugegeben: Wer entscheidet, der kann Fehler machen. Wer entscheidet, nimmt aber auch sein Leben selbst in die Hand. Nur, indem wir uns immer und immer wieder mit der oft unangenehmen Situation der Entscheidungsfindung konfrontieren, können wir lernen, zu entscheiden. Nur so finden wir heraus, wie wir Entscheidungen treffen, die gut für uns sind. Und nur so können wir für unsere eigenen Interessen einstehen.

Wenn wir selbst keine Entscheidungen treffen, lassen wir uns nicht nur durch Andere beeinflussen, wir lassen sie auch entscheiden. Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein. Auch die Anspannung vor der Entscheidung ist für uns belastend: Sind zwei oder mehrere Lösungen möglich, dann ändert sich ja meist auch nichts an der Sachlage, solange wir uns nicht entscheiden. Und je unangenehmer die Situation, desto stressiger wird es für uns. Bis eine Entscheidung fällt, verharren wir in dieser unangenehmen Lage. Uns dann zu entscheiden kommt in solchen Momenten einem regelrechten Befreiungsschlag gleich. Die Entscheidung bringt Bewegung in Festgefahrenes. Gleichzeitig kann sie Unsicheres stabilisieren. Durch Entscheidungen kann uns also sprichwörtlich “ein Stein vom Herzen fallen”.

Warum fällt es uns manchmal so schwer, uns zu entscheiden?

Studien zeigen: Je mehr Auswahl wir haben, desto schwerer fällt es uns, uns festzulegen. Ein Grund dafür besteht darin, dass mit zunehmender Auswahl auch die Zahl der Faktoren steigt, die wir miteinander vergleichen: Je mehr kognitiven Aufwand wir betreiben müssen, um Entscheidungen zu treffen, desto mehr sperren wir uns unbewusst dagegen. Weil das eingehende Durchdenken anstrengend ist. Hinzu kommt, dass wir zu Angst vor Ungewissheit neigen. Gleichzeitig haben wir aber oft auch nur eine unklare Vorstellung von dem, was wir erreichen wollen. Daraus entsteht dann eine regelrechte Lähmung, denn: Wer will schon eine Entscheidung treffen, wenn diese ins Unbekannte führen würde?

Indem wir die Konfrontation mit einem komplexen Entscheidungs-Sachverhalt scheuen, erzeugen wir schlussendlich die Qual der Wahl häufig selbst. Und dabei ist es doch toll, wenn wir die Wahl haben und somit selbst entscheiden können, was wir tun wollen. Gerade wenn es um unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit geht: Es ist unsere Entscheidung, wie wir mit uns und unserem Körper umgehen.

5 Tipps, um bewusst Entscheidungen zu treffen

Damit du dich nicht von viel Auswahl, unklaren Zielen oder Entscheidungsdruck gelähmt fühlst, lohnt es sich, ein wenig Zeit zu investieren und die Situation systematisch anzugehen.

1 Reduktion aufs Wesentliche

Herauszufinden, was du wirklich willst, kann schwierig sein. Zu viele Dinge gleichzeitig im Kopf, zu viele Optionen. Indem du entscheidest, setzt du deine eigenen Prioritäten. Um herauszufinden, welches die relevanten Faktoren für deine Entscheidung sind, ist es wichtig, alles Unwichtige aus dem Prozess der Entscheidungsfindung zu verbannen. Formuliere für dich mal in einem Satz: Welches Ergebnis möchtest du erzielen?

2 Schreib eine Pro-Contra-Liste

Hast du mehrere Optionen in der näheren Auswahl, dann kannst du sie anhand einer Liste ihrer Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen. Schreibe dazu erst unsortiert alle Pro- und Contra-Argumente auf, die dir einfallen und ordne sie dann auf einem neuen Blatt nach ihrer Wichtigkeit für dich und deine Zielsetzung an. Welche Option ist nun die, für die das meiste spricht?

3 Geh das Worst Case Scenario durch

Du hast deine Entscheidung schon beinahe getroffen, alle Argumente sprechen für deine Lösung und auch dein Bauchgefühl sagt dir, dass das so passt. Nur die Angst, die lässt sich nicht ausschalten? Wenn dich ein unbestimmter Zweifel umtreibt, kannst du dir selbst zu mehr Ruhe verhelfen, indem du das Worst Case Scenario gezielt betrachtest: Oft erweist es sich dabei schon als weniger drastisch als gedacht, und obendrein kannst du dir Gegenmaßnahmen überlegen. Was kann also im schlimmsten Fall passieren, wenn du deine Entscheidung fällst? Und was kannst du dann unternehmen?

4 Schlaf eine Nacht darüber

Unter Druck und im Stress neigen wir oft zu Übersprungshandlungen, die wir anschließend bereuen. Nimm dir daher ein wenig Zeit und Ruhe, um alles zu durchdenken, und schreib am Abend deinen “Schlachtplan” auf, um ihn am nächsten Morgen ausgeruht noch einmal durchzugehen. Wenn du die Entscheidung dann noch immer genauso treffen würdest: go for it!

5 bleib standhaft

Der schwierigste Schritt ist zumeist der letzte: Nicht im letzten Moment umzukehren, sondern das, was du beschlossen hast, auch durchzuziehen. Daher ist es wichtig, dass du dich auf den finalen Metern nicht ablenken lässt. Setze zunächst die Entscheidung durch und gehe danach erst wieder all das an, was geplant war. Du wirst merken: Sobald du die Entscheidung getroffen und auch kommuniziert hast, erhältst du deine Leichtigkeit zurück, die dir vielleicht vorher etwas abhanden gekommen ist.

Entscheidungen treffen für ein selbstbestimmtes Leben

Entscheidungen treffen heißt vor allem, Verantwortung zu übernehmen. Wenn du also selbstbestimmtes Leben willst, musst du Verantwortung für dein Leben übernehmen. Die gute Nachricht: bewusst Entscheidungen treffen kann man lernen. Auch wenn du von dir selbst sagen würdest, dass du nicht entscheidungsfreudig bist, kannst du die verschiedenen Optionen gezielt so reduzieren und bewerten, dass du schlussendlich voll hinter deiner Entscheidung stehen kannst. Entscheidungen treffen lernen kannst du am besten, wenn du möglichst viele Entscheidungen triffst. Fange klein an. Nicht so viel grübeln, sondern einfach eine Alternative wählen! Triff Entscheidungen mit der Absicht, für sie gerade zu stehen und sie auch vor anderen Menschen zu verantworten. Dein Respekt vor Entscheidungen wird nach und nach weniger.

 

Bild: Javier Allegue Barros auf Unsplash 


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