Mensch liegt in der Hängematte

Das Leben genießen: 8 Tipps für Entschleunigung im Alltag


Wir alle kennen dieses Gefühl: Der Alltag rast vorbei, alles geht immer schneller. Unser Wohlbefinden bleibt dabei oft auf der Strecke. Wie gerne würden wir dieses Hamsterrad anhalten. Mal innehalten. Das Leben genießen. In diesem Artikel stellen wir dir 8 Tipps für mehr Entschleunigung im Alltag vor.

Entschleunigung – Was heißt das?

Unser Leben gleicht einer rasenden Achterbahnfahrt. Wir hetzen von einer Aufgabe zur nächsten. Beim Frühstück denken wir an die Arbeit. Auf der Arbeit überlegen wir, was es abends zum Essen gibt. Und beim Abendessen planen wir den nächsten Tag. Wir sind immer in Eile, ständig auf dem Sprung, selten im Hier und Jetzt. Wir versuchen alles zu schaffen – um am nächsten Tag von vorne anzufangen. Letztlich stecken wir in einer sich ständig beschleunigenden Alltagsmühle fest.

Dabei vergessen wir etwas Entscheidendes: Ein großer Teil unseres Stressgefühls ist subjektiv. Wie gestresst wir uns fühlen, hängt entscheidend davon ab, wie wir mit Reizen und Anforderungen umgehen. Oft spüren wir einen enormen Druck, viel zu machen, das Leben auszukosten und nichts zu verpassen. Auf Dauer schadet uns diese andauernde Höchstgeschwindigkeit körperlich und vor allem seelisch. Eine gesunde Einstellung, mehr Entspannung und ein bewusstes Innehalten schaffen Wohlbefinden und innere Ausgeglichenheit.

Positive Effekte von Entschleunigung

Eine bewusste Entschleunigung des Alltags hat zwei Effekte:

  • Kurzfristig reduziert sie akute Stressgefühle.
  • Langfristig lernen wir einen entspannten, gelassenen Umgang mit Alltagsthemen.

Wer entschleunigt, besinnt sich auf sich. Die eigenen Bedürfnisse und das persönliche Wohlbefinden stehen wieder im Mittelpunkt. Entschleunigung ist das gezielte Verlangsamen einer sich ständig beschleunigenden Tätigkeit. Sie ist das Gegenteil von Beschleunigung.

Entschleunigen und entspannen – wie geht das?

Schön und gut, denkst du dir jetzt. Eine Pause vom Alltag, davon reden momentan alle. Aber wie?

Der wichtigste Schlüssel zur Entschleunigung ist Achtsamkeit. Um bewusst herunterzuschalten, musst du zunächst deine persönlichen Stresssignale wahrnehmen. Dafür brauchst du ein hohes Maß an Selbstreflexion. Ein gut entwickeltes Ich-Bewusstsein hilft dir, deine Gedanken, Gefühle und Handlungen zu hinterfragen.

Mit folgenden Tipps kannst du dein Ich-Bewusstsein trainieren:

1. Auszeiten nehmen

Nimm dir mehrmals am Tag eine Minute Zeit, in der du bewusst nichts tust. Kein Gespräch, kein Handy, kein Kaffee. Nur innehalten und durchatmen. Du merkst sofort, ob dir das gelingt oder ob du auf 180 und im Laufschritt unterwegs bist. Das ist ein sicheres Zeichen, dass du deinen Alltag entschleunigen solltest.

2. Spazieren gehen

Gehe regelmäßig spazieren. Schon eine kurze Feierabendrunde durch dein Wohnviertel macht viel aus! Gehen ist eine automatisierte Tätigkeit, die kaum Konzentration erfordert. Darum erkennst du rasch, um welche Themen deine Gedanken kreisen. Früher oder später landen sie bei deinen persönlichen Herzensthemen. Genau darum geht es bei einer Gehmeditation.

entschleunigung im alltag

Wenn dir dein Alltagsstress bewusst ist, kannst du mit folgenden Tipps gezielt gegensteuern:

3. Nein sagen

Überlege gut, welche und wie viele Einladungen du annimmst. Du darfst nein sagen! Das klingt einfach, fällt uns aber oft schwer. Ein „Nein“ zu Verpflichtungen bedeutet gleichzeitig ein „Ja“ zu mehr Freizeit und Erholung. Fühle dich nicht verpflichtet, wenn du eingeladen oder um einen Gefallen gebeten wirst.

4. Abende bewusst gestalten

Zelebriere deinen Feierabend! Beschäftige dich bewusst mit Dingen, die dich auf andere Gedanken bringen. Nimm dir Zeit für ein kreatives Hobby. Male ein Bild. Stricke einen Schal. Lies ein gutes Buch. Spiele ein Instrument. Die Hauptsache ist, dass es sich deutlich von deiner Arbeit unterscheidet.

5. Den Morgen genießen

Schlaf ist wichtig. Doch wenn du jeden Morgen bis zur letzten Minute im Bett liegst, bringt das statt Erholung nur Hektik. Nimm dir stattdessen morgens Zeit für dich. Stelle deinen Wecker 30 Minuten früher und nimm dir Zeit, um langsam wach zu werden und in Ruhe eine Tasse Tee zu trinken. So startest du ausgeglichener in deinen Tag.

6. Slow Food

Slow Down beschränkt sich nicht auf die Arbeit. Auch für das Essen nehmen wir uns immer weniger Zeit. Wer bewusst langsam isst, schafft eine kleine Auszeit mitten im Alltag. Spüre einmal intensiv, wie das Essen riecht, wie es aussieht, wie es sich anfühlt, wie es schmeckt. So bist du mit allen Sinnen automatisch im Hier und Jetzt.

7. Digital Detox

Die Beschleunigung unseres Alltags hängt wesentlich mit den digitalen Medien zusammen. Deren Reize strömen pausenlos auf dich ein und versetzen dich in Alarmbereitschaft. Nimm dir jeden Tag eine Stunde Zeit, in der du bewusst alle Geräte ausschaltest. Kein Handy, kein Telefon, kein Laptop und kein Fernseher. Stattdessen: eine entspannende Ich-Zeit.

8. Natur

Zu guter Letzt ein einfacher, aber wirkungsvoller Tipp: Gehe täglich raus in die Natur. Der Park um die Ecke, der Wald am Stadtrand oder das Flussufer – die Natur hat erwiesenermaßen eine ausgleichende Wirkung auf uns Menschen. Schon 10 Minuten am Tag reichen aus, um dein Gedankenkarussell zu beruhigen.

Erkenne deine stressmuster und nimm dir bewusst zeit für entschleunigung

Unser Alltag ist voller Verpflichtungen und daran werden wir nichts ändern. Unsere Tipps helfen dir jedoch, deine eigenen Stressmuster zu erkennen und besser auf sie zu reagieren. Sei deshalb besonders achtsam mit dir selbst. Frage dich öfter mal:

Wie geht es mir gerade? Bin ich gestresst? Warum bin ich gestresst?

Das ist der erste, wichtigste Schritt. Und dann ermutige dich selbst, „die Fünfe gerade sein zu lassen“. Nimm dich selbst nicht so ernst. Schraube die Ansprüche an dich selbst runter. Frage dich immer wieder:

Ist es das wert? Ist es wirklich so wichtig?

Und dann überlege dir konkret, wann und wie du bewusste Phasen der Entspannung in deinen Alltag einbauen kannst. Durch bewusste Entschleunigung kannst du nämlich wieder Energie tanken, die für die Bewältigung deiner Aufgaben brauchst.

 

Bild: Javier Peñas auf Unsplash


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