Notizbuch mit Spruch "Just do the things you don't want to do, and you'll have everything you've ever wanted."

5 Altersvorsorge Basics: Wie soll dein 65-jähriges Ich leben?


Leben Hier und Jetzt – schön und gut. Trotzdem wollen wir uns um unsere Zukunft kümmern. Deshalb geht’s heute um ein Thema, das wir bisher schön verdrängt haben: Altersvorsorge. Erfahre, warum es wichtig ist und wie du den Einstieg findest.

So viel vorab: Uns geht es erstmal um eine Sensibilisierung. Wir möchten dir Tipps für den Einstieg geben, nicht aber konkrete Anlagestrategien. Die kennen wir selber noch nicht. Wir teilen – wie auch in den letzten Artikeln zum Thema Money Mindset – unsere ganz persönlichen Erfahrungen mit dir. Wir schlagen uns für dich durch das Dickicht an Infos und tragen sie hier, in einem Blogbeitrag, für dich zusammen. Wir hoffen, dass wir dir dadurch den Einstieg ins Thema Finanzen, Geld und Altersvorsorge strukturieren und insgesamt erleichtern können.

Wie Glaubenssätze unsere Einstellung zum Thema Altersvorsorge beeinflussen

Vorsorgen für’s Alter also. Was da für mich mitschwingt, sind Glaubenssätze, Gedanken und Emotionen wie  …

  • … Sorgen, Ängste, Unsicherheiten: Werde ich gut und unbeschwert leben können im Alter? Wie gehe ich das Thema Altersvorsorge am besten an? Spare ich heute bereits genug?
  • …(negative) Glaubenssätze: Ich werde niemals viel Geld haben. Altersvorsorge spielt jetzt noch keine Rolle. Altersvorsorge ist unsexy. Altersvorsorge ist zu kompliziert und nur was für Männer. Das haut schon alles irgendwie hin.
  • … Ziele: Ich will viel Reisen im Alter, jeden Tag Käffchen trinken mit den Mädels, schöne Hüte und Handtaschen tragen und meinen Kindern und Enkeln alles ermöglichen können.

Die ersten zwei Punkte widersprechen dem letzten ein bisschen. Oder na ja, um ehrlich zu sein widersprechen sie sich ziemlich. Und wenn ich mir hier unseren zweiten Money Mindset Artikel zum Thema Beziehung zu Geld ins Gedächtnis rufe, liegt genau hier auch der Fehler: “So wie du dein Geld behandelst, behandelt dich dein Geld” lautet ein Zitat von Laura Malina Seiler. Ich habe negative Glaubenssätze, träume aber gleichzeitig von einem Leben ohne finanzielle Sorgen – oder viel mehr noch mit finanzieller Freiheit. Wenn das Zitat stimmt (wovon ich ausgehe, denn es klingt einleuchtend), dann ziehe ich persönlich in meiner aktuellen Situation genau dieses finanziell freie Leben aber nicht an. Denn ich lade das Geld mit negativen Emotionen auf und lasse es somit nicht in mein Leben.

vom „Selbst-bewusstsein“ zum aha-effekt

Vielleicht kannst du dich mit solchen Gedanken identifizieren. Ein bisschen (Selbst)Reflektion ist immer sehr hilfreich, um etwas zu ändern oder weiterzukommen. Ich habe meine Gedanken und Glaubenssätze in Bezug zu Geld bewusster angeschaut, hinterfragt: Was denke ich oft? Was sage ich über Geld? Wie behandele ich Geld? Irgendwann kam der Aha-Moment: Es liegt an meiner Einstellung zu Geld, Finanzen und Vorsorge. Auf Basis dieses Selbst-Bewusstseins kann ich dann ins Tun kommen. Und genau das ist es, was ich nach diesem Aha-Effekt getan habe: Ich will das wichtige Thema Altersvorsorge nicht weiter verdrängen, habe mich hingesetzt und mir das Ganze genauer angeschaut. Alle Infos, die ich recherchiert habe, stelle ich dir nun zusammen.

Für’s Grundverständnis: Warum eigentlich Altersvorsorge?

Fast ein Drittel aller Frauen zwischen 35 und 55 Jahren hat laut einer Amundi Studie keine private Altersvorsorge und nur etwas mehr als ein Drittel sparen für die Rente. Demgegenüber stehen die Sorgen und Ängste, sich nicht genügend abgesichert zu haben. Hinzu kommt das Niedrigzinsumfeld (auf der Bank vermehrt sich unser Geld mittlerweile so gut, wie unter’m Kopfkissen – nämlich gar nicht!) und die Inflation. Letztere ist aktuell zwar sehr niedrig, dennoch bedeutet sie, dass unser Geld in der Zukunft nicht mehr so viel wert ist wie heute.

Und dann gibt’s da noch das Thema “Gender Pay Gap” (dt.: geschlechtsbezogene Verdienstlücke). Wir Frauen verdienen brutto pro Stunde im Durchschnitt 21% weniger als Männer (Quelle). Das heißt: Wir zahlen auch weniger in unsere Rentenkasse ein. Und so viel ist sicher: Die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen.

Was also tun? Wir wollen (und müssen, wenn wir unser Geld bequem vermehren und finanziell entspannt leben wollen) andere Wege finden, wie wir von Geld auch in der Zukunft profitieren und es im wahrsten Sinne des Wortes für uns arbeiten lassen können. Das hat übrigens nichts mit geldgeil, gierig oder sonst was (Achtung, Glaubenssätze!) zu tun. Ehrlich gesagt ist es sogar dumm, wenn wir uns nicht um unser Geld kümmern. Denn es gibt (einfache) Möglichkeiten. Warum sie also nicht nutzen?

Und nun? Mit diesen 5 Schritten sind wir das Thema Altersvorsorge angegangen

Bevor du mit den 5 Schritten startest, empfehlen wir dir, dass du dich mit deiner Beziehung und deinen Glaubenssätzen zum Thema Geld beschäftigst. Wir versprechen: Das sorgt für einen Aha-Effekt und ist die Grundlage dafür, ob und wie du dein Vermögen aufbauen möchtest. Dazu gehört auch, dass es okay ist, über Geld zu sprechen. Geld ist nichts schlechtes. Für uns ist es Mittel zum Zweck. Energie, die wir aufbringen, um etwas (uns) bewegen, erreichen, weiterentwickeln zu können.

1  Verschaffe dir einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben

Führe für mindestens 2 bis 3 Monate ein Haushaltsbuch über deine Einnahmen und Ausgaben. Mache dir auch deine Fixkosten wie Miete, Versicherung, Kredittilgung, Spotify & Co. bewusst. So bekommst du ein Gefühl dafür, was du durchschnittlich ausgibst und einnimmst. Es gibt übrigens einige Apps, mit denen man das bequem tracken kann.

2  Lege deine Sparsumme fest: Wie viel Geld kannst (willst) du monatlich sparen?

Was wir dir gleich sagen können: Es wird nicht funktionieren, einfach das zu sparen, was am Ende des Monats übrig ist. Denn – oh Wunder – meistens bleibt genau dann nichts übrig. Deshalb: Lege bereits am Monatsanfang eine gewisse für dich verkraftbare Summe auf die Seite. Ein Richtwert sind 20 %. Das heißt: 20 % deines monatlichen Nettoeinkommens fließen in deine Altersvorsorge und Ersparnisse. Lass dich davon aber nicht unter Druck setzen. Du entscheidest. Und wichtiger als viel zu sparen, ist es, überhaupt etwas auf die Seite zu legen. Und wenn dir das am Anfang weh tut, dann kommt der nächste Punkt ins Spiel:

3  Formuliere dein persönliches Sparziel (oder besser: deine Sparmotivation)

Klingt banal, ist aber wichtig. Das muss auch gar nicht so unsexy klingen wie “Ich will für’s Alter vorsorgen”. Versetze dich doch mal in dein 65-jähriges Ich. Wer möchtest du sein? Was möchtest du haben? Was möchtest du tun? Und dann schreibe es z.B. in dein Journal. Das ist deine Motivation, dein Geld auf die Seite zu legen. Und gegebenenfalls auch auf das ein oder andere heute zu verzichten. Wir sprechen an der Stelle übrigens ungern von Verzicht, als vielmehr von (anderen) Prioritäten. (Brauchst du die Schuhe jetzt wirklich?)

Solltest du in den nächsten 3 bis 5 Jahren ein kleineres Sparziel (z.B. den 2000-Euro-Urlaub oder irgendein Zertifikat, Coaching oder ähnliches, das im einstelligen Tausenderbereich liegt) haben, muss das Geld schneller verfügbar sein als das für deine Altersvorsorge. Entsprechend solltest du dir überlegen, wo du dieses Geld parkst. Ein Fonds-Sparplan z.B. macht nur Sinn, wenn du das Geld länger nicht anfassen muss.

4 Überlege dir, was zu dir passt

Allseits bekannte Anlagemöglichkeiten für die Altersvorsorge liste ich dir nachfolgend auf. Was sie gemeinsam haben: Du bezahlst etwas über mehrere Jahre ein und baust dir dadurch einen Kapitalstock auf. Diesen Kapitalstock nutzt du später, um dir eine Rente auszuzahlen. Du agierst dann quasi wie ein Unternehmer und zahlst dir ein monatliches Gehalt aus. Wir gehen hier jetzt aber nicht ins Detail, da wir – wie gesagt – keine Experten sind. Finanztip gibt hier aber einen guten Überblick.

  • private Rentenversicherung
  • Lebensversicherung
  • Immobilien, Kunst, Oldtimer, etc.
  • Betriebliche Altersversorgung
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Aktiendepot
  • Fonds- oder ETF-Sparplan

Lies dich ein bisschen ein und beantworte dir folgende Fragen:

  • Willst du dich tiefergehend mit dem Thema beschäftigen?
  • Wie risikobereit bist du?
  • Welchen Betrag kannst du anlegen? Einmalig oder regelmäßig?
  • Willst du dir Hilfe suchen (z.B. unabhängige Finanzberater, Online Kurs etc.)?

5 Anfangen

Du denkst, das Thema Altersvorsorge hat noch Zeit? Oder dass du nicht genügend auf die Seite legen kannst? Könnten das vielleicht nur Ausreden sein, damit du dich nicht damit beschäftigen musst? Bei mir war es so. Hier liegt aber ein großer Denkfehler. Denn unter dem Kopfkissen oder auf dem Bankkonto kann dein Geld nicht arbeiten, es wird sogar weniger (denk an Inflation und Niedrigzinsumfeld). Je später du anfängst, desto mehr Geld musst du monatlich sparen, um am Ende den gleichen Betrag zu erwirtschaften. Du willst bis zur Rente einen vollen Topf, aus dem du dir dann deine Rente auszahlen kannst? Dann nichts wie los! Denn es kann so einfach sein. Du beschäftigst dich einmal damit und dann arbeitet das Geld für dich. Klingt gut? Also: Besser wenig anlegen als gar nicht. Einen ETF-Sparplan kannst du z.B. schon mit 25 Euro eröffnen.

Aller Anfang … ist es wert!

Klar, das Einlesen und Recherchieren erfordert Zeit. Aber auch ohne umfassendes Wissen kannst du hier loslegen. Denk dran: Kleinvieh macht auch Mist. Und:

Das Geheimnis des Vorwärtskommens besteht darin, den ersten Schritt zu tun – Mark Twain

Denk immer dran: Es ist einfach nur clever, sich mit dem Thema Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Es geht hier um dein 65-jähriges Ich, für das du sicher ein paar nette Ziele hast, oder? 🙂 Und damit ist finanzielle Vorsorge auch eine gewisse Art von Selbstfürsorge!

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Bild: Allie Smith auf Unsplash


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